Viele größeren Städte haben ihre Tramways – die von Hong Kong sind allerdings legendär, von den Einheimischen werden sie nur liebevoll DingDing genannt. Die insgesamt 163 Wagen sind alle doppelstöckig und auf verschiedenen Strecken zwischen Kennedy Town und Shau Kei Wan in den Hochhausschluchten von Hongkong Island unterwegs. Zwei der Wagen, Nr. 28 und 128, können sogar für private Stadtrundfahrten und Feierlichkeiten gebucht werden. Die Besonderheit der beiden Wagen ist ein offenes Oberdeck.
Es gibt 6 unterschiedliche Touren:
- Shau Kei Wan ↔ Western Market
- Shau Kei Wan ↔ Happy Valley
- North Point ↔ Whitty Street
- Happy Valley ↔ Kennedy Town
- Causeway Bay ↔ Kennedy Town
- Western Market ↔ Kennedy Town

Die Haltestellen sind normalerweise nicht mehr als 250 Meter voneinander entfernt. Durch die hohe Anzahl an Wagen werden die Haltestellen allerdings in hoher Frequenz bedient. Viele von ihnen können über eine Fussgängerbrücke erreicht werden. Jede Bahn kann 115 Personen aufnehmen, die am Drehkreuz auch gezählt werden. Bei Nr. 116 macht das Drehkreuz automatisch zu.
Die Bahnen erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h – am Tag werden bis zu 240000 Personen transportiert.
Eine Fahrt kostet – egal wie lange sie dauert – 2,70 HK$. Gezahlt wird beim Aussteigen entweder in bar beim Fahrer (passend) oder mit der Octopus-Card am Automaten. Die Octopus-Card ist ein in Hongkong fast überall anerkanntes Zahlungsmittel. Man bekommt sie bei den Infostellen der Metro und kann sie an fast allen Annahmestellen (Supermärkten, Metrostationen, z.T. sogar Restaurants) aufladen. Die Beträge werden dann automatisch vom vorhandenen Guthaben abgezogen. Theoretisch kann man also den ganzen Tag sitzenbleiben und sich für 2,70 HK$ durch Hongkong-Island kutschieren lassen – macht aber keiner in solch einer pulsierenden Metropole wie Hongkong.

Eine Fahrt mit der Dingding-Straßenbahn gehört einfach zum Hongkong-Erlebnis dazu. Man ist zwar deutlich langsamer unterwegs als etwa mit der Island-Metro-Linie (die ist aber je nach Tageszeit auch deutlich teurer), wenn man aber den vordersten Platz oben ergattern kann, hat man den besten Überblick. Vor allem Abends sind viele Linien allerdings sehr voll. Besonders schwierig wird es am Raceday (Mittwochs abends) bei der Linie ins Happy Valley, da sollte man dann lieber den normalen Zug nehmen.
Ich bin von den nostalgischen Gefährten absolut begeistert – sie sind zwar oft laut und rattern durch die Hochhausschluchten, sie sind zugig, weil alle Fenster aufgrund der fehlenden Klimaanlage geöffnet sind, aber ein bisschen gehören sie wie die Doppeldecker Busse in London einfach zum Stadtleben dazu und man muss mindestens einmal DingDing gefahren sein, wenn man mal in Hongkong war…





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