Sveti Naum – Das Kloster mit den Pfauen

Es gibt Klöster in außergewöhnlicher Lage und es gibt Klöster, die einem wegen anderer, sagen wir mal besonderer Dinge in Erinnerung bleiben. Das Kloster Sveti Naum an der Grenze zwischen Nordmazedonien und Albanien hat beides zu bieten.

Die byzantinische Klosterkirche

Sveti Naum – An der Quelle des Ohridsees

Der Ohridsee ist erdgeschichtlich der älteste See Europas. Besonders ist er aber auch, weil er keinen eigentlichen Zufluss hat. Er speist sich aus zahlreichen Quellen. Besonders viele davon liegen in der Region, in der schließlich auch das Kloster Sveti Naum entstand. Es liegt rund 30 km südlich von Ohrid und nur wenige Hundert Meter von der Albanischen Grenze entfernt.

Ein Frape Coffee und ein Platzerl am See – in einem Restaurant von Sveti Naum

Das Kloster wurde um 895 vom bulgarischen Zaren Boris I. gestiftet. Zu den Stiftern zählte auch der gelehrte Naum, der unter anderem an der Entwicklung der kyrillischen Schrift (die in Nordmazedonien heute noch genutzt wird) beteiligt. Als er 910 im Kloster starb, wurde er hier begraben und das Kloster wurde ihm umgewidmet.

Noch heute pilgern die Gläubigen nach Naum, legen ihr Ohr auf seinen Sarg und wenn sie seinen Herzschlag hören, erfüllt Naum ihnen ihren sehnlichsten Wunsch.

Ein besonderes Highlight hat das Kloster zudem zu bieten. Zahlreiche weiße und blaue prunkvolle Pfauen sind auf dem Gelände unterwegs. Die Geschichte dieser besonderen Wachhunde konnte ich leider nirgends herausfinden. Wenn ihr die Legende kennt, schreibt sie mir doch bitte in die Kommentare. Leider ließ sich keiner der prachtvollen Vögel zu einem Rad überreden. Man sollte allerdings auch nicht zu nahe hingehen, überall auf dem Gelände hängen Warnhinweise, die Pfauen sind nicht gerade handzahm.

Rad schlag ich heute keins

Der Klosterkomplex wurde 1870 bei einem verheerenden Brand zerstört – wie durch ein Wunder blieb einzig die byzantinische Klosterkirche verschont. Ein Kloster als solches besteht heute zwar nicht mehr, trotzdem ist die Anlage mit ihren zahlreichen Souvenirshops und Restaurants auch in der Nebensaison gut besucht. Von Ohrid aus gibt es mehrfach täglich eine kleine Fähre, die im Hafen vor Sveti Naum anlegt.

Die Fähre aus Ohrid legt an

Rund um das Kloster gibt es eine weitläufige Anlage. Vor allem das Quellengebiet ist bei den Besuchern beliebt. Mit kleinen Ruderbooten kann man sich zu den Quellen bringen lassen oder den etwa 4 km langen Rundweg zu den beiden Hauptquellen gleich zu Fuß antreten (machte keiner außer uns).

Mein Fazit

Natürlich ist Sveti Naum das Ziel vieler Touristenbusse und natürlich ist in dem Kloster mit der Picturesken Lage, mit der langen Geschichte viel los, selbst bei unserem Besuch an einem Sonntag im September. Natürlich gibt es viele Souvenirstände und Parken und Toilette kosten. Die Restaurants sind gut und auf größere Gruppen eingestellt. Das sind sicherlich die einzigen Makel, die einen von einem Besuch in Sveti Naum abhalten könnten. Aber welches Kloster hat das heutzutage nicht?

Das Kloster Sveti Naum – mit seinen besonderen Wachvögeln und seiner Lage direkt am See bleibt dennoch tief in der Erinnerung haften. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, mit dem Boot zu den Quellen zu fahren. Zu Fuß konnte man die Ruhe der Gegend rund um die Quellen des Ohridsees viel besser genießen. Das Kloster bietet eine ganz besondere Atmosphäre, die man am Ohridsee nicht verpassen sollte.

Im Klosterhof

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