Autofahren in Nordmazedonien und Albanien – Roadtrip für Fortgeschrittene

Wir sind in Sachen Roadtrip so einiges gewohnt – haben die Peloponnes umrundet, sind über die Waschbrettpisten Namibias gebrettert und haben uns im Sossusvlei festgefahren und haben den Mietwagen in der letzten Ecke des rumänischen Donaudeltas aufgesetzt.

Also was lag da näher als ein Roadtrip durch Albanien und Nordmazedonien?

Mietwagen? Worauf sollte man achten?

Wir haben unseren Roadtrip am Flughafen von Ohrid – somit in Nordmazedonien – gestartet.

Man sollte unbedingt beachten, dass die meisten Mietwagenfirmen einen Aufschlag für die Ausreiseerlaubnis berechnen. Im Fall von Sixt war das ein Betrag von 30€ (plus Steuern) pro Land. Die Bestätigung muss man dann beim Überqueren der Grenze vorzeigen, daher wird sie auch auf Mazedonisch ausgestellt. Damit ist auch bestätigt, dass der Wagen auch im vorher angegebenen Land (in unserem Fall eben Albanien) versichert ist.

Bei der Versicherung ist es empfehlenswert, eine möglichst niedrige Selbstbeteiligung auszuwählen. Kleinere Schäden fallen zwar (zumindest bei Sixt) nicht weiter ins Gewicht, aber bei den doch eher schlechten Straßenverhältnissen (siehe unten) hat man sich doch mal schnell mit einem Steinschlag die Scheibe gerissen oder einen Plattfuß eingefahren, was sehr teuer werden kann.

Zudem gab es bei Sixt – wie ich es bisher von anderen Vermietungen nicht kannte – eine Selbstbeteiligung bei Diebstahl.

Bei der Wahl der Wagenklasse sollte man auf eine vernünftige Straßenlage achten, denn ab und zu hört eben der Asphalt auf einer langen Verbindungsstraße plötzlich auf. Allzu neu muss der Wagen dabei nicht sein.

Wir hatten einen Skoda Rapid – 84000 km war er gefahren, als wir ihn übernommen hatten. Ein paar Beulen und Kratzer waren schon drin, was einem das Fahren gleich angenehmer machte… Die sollte man sich natürlich ordentlich bestätigen lassen, damit man am Ende nicht doch die Verantwortung dafür tragen soll.

Unser Kleiner bei einer Pause

Abenteuer City

Die Altstädte in Albanien sind – wie der Name schon sagt – häufig sehr alt und nicht gerade für Autos und vor allem nicht für Europäische Fahrer ausgelegt. Und eins kann ich definitiv sagen – die von google maps ausgegebene Route ist da häufig nicht gerade eine Hilfe.

In Gjirokaster stand fast schon unsere Ehe auf dem Spiel, als wir uns völlig in den engen Gassen der Altstadt verfranst hatten und plötzlich weder vor noch zurück kamen. Die Albaner sind dabei bekanntlich gastfreundlich und die halbe Stadt hat uns dann zu unserem Guesthouse geleitet – ganz ohne unüberwindliche Kurven und Treppen, über die man plötzlich fahren soll.

Generell ist es auch nicht schlecht, bei den Hotels auf möglichst private Parkplätze zu achten, in Ohrid etwa ist das Parksystem kompliziert und ohne Mazedonisches Handy kann man hier keinen Parkschein buchen. Da kann der private Parkplatz der Besitzerin viel ausmachen.

Im Schlagloch-Slalom durch die Albanischen Berge

Auf unserem Weg von Korca nach Gjirokaster wunderten wir uns zunächst, als google für die Strecke von rund 170 km eine Zeit von 4 1/2 Stunden kalkulierte. Wir waren uns durchaus bewusst, dass die Strecke nicht einfach würde. Doch häufig war der Asphalt in derartig schlechtem Zustand, dass die Straße, die auf der Karte wie eine Bundesstraße eingezeichnet war, mehr einem Feldweg glich. Ab und an konnte man dann erkennen, dass parallel mal Asphalt lag und ab und zu traf man dann auch auf die obligatorische Schaf- oder Ziegenherde.

Der Straßenverlauf ist häufig kurvig bis sehr kurvig, für den Beifahrer ist das Mitführen von Reisetabletten sehr empfehlenswert, ich kann da aus eigener Erfahrung sprechen.

Insgesamt sollte man immer anhand der Karte etwa das Doppelte an Zeit einkalkulieren, das man in Deutschland einkalkulieren würde, um Streß zu vermeiden.

Irgendwo zwischen Saranda und Vlora – Das Roadtrip-Paradies Albanische Riviera

An der Riviera sind die Straßenverhältnisse etwas besser als im Hinterland und auf den Passstraßen an der Küste erhält man einfach sagenhafte Aussichten.

Im Hinterland der Riviera befinden sich zahlreiche Straßen gerade im Ausbau, weshalb man auf den Schotterpisten schon auf einen Allrader angewiesen ist. Ein besonderes Highlight sind die Brücken auf den Nebenstrecken – die Albaner benutzen sie mit dem Auto, die Touristen eher nicht.

Eine Brücke bei Mavrova im Hinterland von Vlora

Navigation

Zwar gibt es sowohl in Albanien als auch in Nordmazedonien Roaming Gebühren. Trotzdem navigieren wir fast ausschließlich mit Google Maps. Man kann sich schon zu Hause die Karte downloaden. Die Karte zeigt dann zwar keine Verkehrsinformationen und Locations wie Hotels oder Restaurants sind nur eingeschränkt verfügbar, aber insgesamt funktioniert das mit Ausnahmen prima. Manche Straßen sind nie als nicht mit dem Auto befahrbar markiert wurden, gerade in Gjirokaster sollte man sich daher nur bedingt an die Route halten (das kann in einer größeren Ehekrise enden).

Wir haben eine Saugnapfhalterung, mit der wir das Handy an der Windschutzscheibe einfach und stabil befestigen können, fertig ist das Navigationssystem.

Zur Befestigung der Navigation im Auto* (Affiliate Link)

Ein kleiner Stau – die Verursacher sind auch zu erkennen…

Tanken

Das Tankstellennetz in Albanien ist super ausgebaut, fast jedes Dorf, auch im Hinterland, hat mindestens eine Tankstelle mit Tankwart und fast jede Tankstelle nimmt Visakarte (vorher fragen ist aber immer gut). Die Preise liegen dabei in Albanien etwas unter dem Niveau in Österreich (etwa 1,15€/L Diesel), in Mazedonien sogar noch etwas darunter (1,05€/L Diesel).

Wenn ihr noch mehr wissen wollt über Autofahren in Albanien und Nordmazedonien – schreibt es mir doch bitte einfach in die Kommentare.

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2 Kommentare

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