J’aime la Bretagne – Mein Best of

Zwei Wochen waren wir im Herbst in der Bretagne unterwegs und ich muss zugeben, ich habe mich ein bisschen in diesen wilden Landstrich verliebt, in die vielseitigen und teils rauhen Küstenlandschaften im Norden und die weitläufigen Küstenlandschaften im Süden, in die wunderschönen alten Städtchen und Dörfer, die man dort überall findet.

Ich habe euch mal das Best of entlang unserer Route zusammengestellt. Wichtig ist mir dabei zu sagen: ich habe da keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Mehr zu den jeweiligen Orten findet ihr, in dem ihr auf die jeweilige Überschrift klickt, da habe ich euch den jeweiligen Blogartikel (falls vorhanden) verlinkt.

Paimpont und die Brocéliande – Märchenwald in der Inneren Bretagne

Natürlich konzentriert sich das Leben der Bretonen an der Küste. So bietet sich aber in der Inneren, Östlichen Bretagne ausreichend Platz, damit sich der sehr ursprüngliche Wald der Brocéliande erhalten konnte. Zwar ist das Reich des sagenumwobenen König Artus und seiner Tafelrunde, dem legendären Zauberer Merlin und allerhand Feen und anderem Getier nach zahlreichen Waldbränden nicht mehr ganz so groß aber bei kurzen Wanderungen rund um Paimpont erwartet man trotzdem noch den holden Ritter Sir Lancelot hoch zu Ross um die Ecke kommt.

Im Märchenwald bei Paimpont

Saint-Malo

Saint-Malo bietet nicht nur einen optimalen Ausgangspunkt für einen Ausflug zum Mont Saint Michel in der Normandie, mit seiner malerischen Altstadt und der berühmten Stadtmauer und den zahlreichen Forts vor der Stadt gibt es in der alten Seefahrermetropole einiges zu Erkunden – manches auch nur bei Ebbe, denn mit bis zu 12 m Tidenhub ist der Unterschied zwischen Ebbe und Flut hier größer als sonst irgendwo am Ärmelkanal.

Fort vor der Küste von Saint-Malo – bei Ebbe kann man hinlaufen
Unterwegs auf der Stadtmauer von Saint-Malo

Fort La Latte und Cap Fréhel

Das Fort la Latte hat eine bewegte Geschichte. Auf einem kleinen Landvorsprung, abgetrennt von mehreren Zugbrücken war das Fort schon im Mittelalter ein Orientierungspunkt und Schutz für die Schiffe von Saint Malo. Heute kann man die alten Mauern besichtigen und den hohen Turm besteigen, von dem aus man guten Ausblick zum unweit gelegenen Cap Fréhel hat. Die anderen Gebäude des Forts sind bewohnt. Am Cap Fréhel liegt einer der bekanntesten Leuchttürme der Bretagne.

Fort La Latte

Paimpol

Paimpol ist klein und beschaulich. Am Hafen gibt es zahlreiche tolle Fischrestaurants und bei Ebbe neigen sich die Schiffe leicht im Hafen. Besonders empfehlenswert ist die Abtei von Beauport, die wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt direkt an der Bucht von Poulafret liegt.

Im kleinen Hafen von Paimpol

Roscoff

Der kleine Fischerort Roscoff ist besonders von Briten und Iren besiedelt. Und das hat auch einen Grund, denn von hier aus starten nicht nur die Fähren zur nahegelegenen Île de Batz, sondern auch nach Plymouth im Süden Englands und Cork in Irland. Eine ganz besondere Verbindung hat die Englische Königin Maria Steward mit Roscoff, sie hat als 5 Jährige wohl einige Tage in einem kleinen Haus am Hafen gelebt.

Bekannt ist der Kurort Roscoff auch aufgrund des langen Fähranlegers, der im Hafen liegt – an der langen Brücke können bei Flut die Fußgängerfähren zur Île de Batz anlegen.

Fähranleger von Roscoff

Côte de Granit Rosé

In Ploumanar’ch hat nicht nur Didi Hallerforden ein Ferienschlösschen. Wandert man vom kleinen Ferienörtchen die 3 km bis nach Perros Guerrec, entlang des alten Schmugglerpfades, kommt man entlang von teils bizzaren Felsformationen, die alle einen Namen haben. Bei Sonnenschein schimmert alles in Schattierungen von Rot und Rosa und die Küstenwege füllen sich mit Urlaubern. Aber auch bei Sturm haben die sich brechenden Wellen an den wilden Felsen etwas für sich – vor allem, weil alles etwas ruhiger wird.

Wild und Rosa

Locronan

Locronan ist ein kleines Künstlerdorf etwas nördlich von Quimper. Die alten Häuser des mittelalterlichen Ortskerns stammen noch aus der Zeit, in der die kleine Stadt vom Fertigen von Segeln lebte. Heute sind hier hauptsächlich Crêperien und Kunstgalerien untergebracht.

Locronan

Pointe du Raz und Pointe du Van

Dicht nebeneinander und gut mit einer Wanderung zu verbinden sind die beiden Landzungen, die Pointes Raz und Van. Am Pointe du Van ist es etwas ruhiger, eine kleine Seefahrerkapelle diente früher dem Gebet für gutes Wetter. Eingebettet in die Heidelandschaft gibt es außerdem ein kleines Quellenheiligtum. Die Felsen sind hier etwas schroffer. Zum nur wenigen Kilometer entfernten Pointe du Raz kann man auch gemütlich wandern, doch die letzten Meter sind militärisches Sperrgebiet, denn von hier aus sind mehrere Einrichtung zur Navigation zur See untergebracht. Etwas vorgelagert sieht man dann den Leuchtturm. Um die Meerenge zwischen Pointe du Raz und Île de Sein ranken sich zahlreiche Legenden – unter anderem soll hier die Hölle von Plogoff sein, ein Stollen unter der See, in der man die Ertrunkenen stöhnen hört.

Pointe du Van

Phare d’Eckmühl

Der Leuchtturm von Penmarch wurde benannt nach dem Herzog von Auerstädt, der einst in den Kriegen Napoleons zum erfolgreichen Feldherrn wurde. Seine Tochter finanzierte den Bau des Turms im Andenken an ihren Vater. Mit einer Höhe von 60 m gehört er zu den höchsten Leuchttürmen Europas. Besonders das Treppenhaus mit seinen mehr als 300 Stufen ist besonders sehenswert – ausgelegt mit Opalglasfliesen. Das Leuchtfeuer hat eine Leuchtweite von mehr als 45 km – entsprechend weit kann man von hier aus sehen und die Küste bewundern.

Blick in den Leuchtturm von Eckmühl

Quimper

Quimper ist die Metropole des Finistére und im gemütlichen Stadtkern am Zusammenfluss von Odet, Jet und Steir fühlt man sich sofort wohl. Berühmt ist die Stadt für sein nach alter Tradition hergestellten Porzellan aus den Fayence-Werkstätten und für ihre Kathedrale, die einen deutlichen Achsknick aufweist.

Quimper

Concarneau

Concarneau ist nicht nur der Sitz des derzeit wohl berühmtesten Bretonen, Commissaire Georges Dupin, der in der gesamten Bretagne Mordfälle auf seine unkonventionelle Art und Weise löst. Die Stadt ist auch der größte Fischereihafen der Bretagne, bekannt vor allem durch die Altstadt der Ville Close, eine kleine Insel im Hafen, umgeben von uneinnehmbaren Mauern. Mein persönliches Highlight ist das Fischereimuseum, in dem man die Hémerica besichtigen kann, ein altes Fischerboot.

Ville Close

Pont-Aven

Pont-Aven ist auf den ersten Blick ein beschauliches kleines Dorf mit einem Hauptplatz und einem Hafen. Zumindest im Herbst ist das so. In den Sommermonaten pilgern zahlreiche Künstler in das Dorf unweit von Concarneau, um den Spuren der großen Schule von Pont-Aven zu folgen – denn kein geringerer als Paul Gauguin verbrachte seine Sommer in der Bretagne und es entstanden viele seiner großen Kunstwerke am malerischen, kleinen Fluss mit seinen unzähligen Mühlen. Galerien und Cafés locken genauso wie ein kleines Museum mit den Originalwerken von Gauguin und einen Malerkollegen.

Unterwegs auf den Spuren von Paul Gauguin

Guérande – Das Salz der Bretagne

Guérande war einst die reicheste Stadt der Bretagne und das liegt vor allem daran, dass hier das Zentrum der Salzgewinnung lag. Man lieferte Salz für die gesamte Region und lieferte das Fleur de Sel bis nach Paris und heute exportiert man das im weitläufigen Gebiet der Halbinsel gewonnene Salz in die ganze Welt. In der Altstadt von Guérande findet man zahlreiche Boutiquen, in denen man das Salz in all seinen Ausprägungen und Geschmacksrichtungen kaufen kann.

Die Salinen der Guerande
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5 Kommentare

  1. Falls du Lust auf mehr Meer und eigenwillige Geschichten hast: Ouessant. Diese Insel ist einfach unglaublich mit sehr eigenen Traditionen und mein absolutes Highlight in der Bretagne – ganz im Westen. Seit ein paar Jahren biete ich dort auch eine „Kreative Auszeit“ an – für alle die kreativ unterwegs sind, Gemeinschaft mögen, aber keine Lust auf Gruppenzwang haben. Blogger willkommen ;-).

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