Amazing Places: Hoch, Höher – Phare d’Eckmühl

Leuchttürme gehören definitiv zum Landschaftsbild der Bretagne. Und die Besteigung des Phare d’Eckmühl gehört sicher zu den spektakulären Highlights. Mit seiner Feuerhöhe von 64,8 m zählt er zu den 10 höchsten Leuchttürmen Europas und mit seinen 307 Stufen ist die Besteigung ordentlich Schweißtreibend.

Der Leuchtturm liegt am Pointe de Saint-Pierre in Penmarc’h unweit von Quimper.

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La mer

Phare d’Eckmühl

Geschichte

Im Jahr 1882 beschloss man, die Leuchttürme der Bretagne an das elektrische Stromnetz anzuschließen. Für die von hier aus geplante Leuchtweite von 100 km reichte allerdings der alte Phare de Penmac’h nicht aus. Dieser war nur 40 m hoch und eine Erhöhung auf die nötigen 60 m erwieß sich schnell als unmöglich. Die Finanzierung für den neuen Turm belief sich zunächst auf 110 000 Francs.

Doch Ende des Jahres 1882 ergab sich ein unverhoffter Geldsegen. Die Marquise Adélaïde-Louise d’Eckmühl de Blocqueville verfügte in ihrem Testament, dass 300 000 Francs für den Bau eines Leuchtturms in der Bretagne zur Verfügung gestellt würden. Dieser sollte den Namen ihres Vaters erhalten und garantiert die Zeiten überdauern.

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Herausragend – Der kleine Weiler rund um den Phare d’Eckmühl

Ihr Vater, Maréchal Louis Nicolas Davout, Herzog von Auerstädt und Prinz von Eckmühl, war ein treuer Kämpfer an Napoleons Seite. Seinen Adelstitel verdankte er der Schlacht bei Eggmühl in Bayern. Aufgrund seiner treuen Dienste in der siegreichen Schlacht erhob Napoleon Davout in den Adelsstand – daher hat der Leuchtturm heute einen beinahe Deutsch anmutenden Namen.

Nach mehr als 4 Jahren Bauzeit wurde der Leuchtturm am 7. Oktober 1897, dem fünften Todestag der Stifterin, eingeweiht. Überschattet wurde der Bau durch einen schweren Unfall, bei dem 7 Bauarbeiter nach einem Kettenbruch vom Gerüst stürzten und sich schwer verletzten. Er wurde vollständig aus Kersanton-Granit errichtet.

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Wenn man oben ankommt, ist man schon ein bisschen stolz

Bauwerk

Der Leuchtturm wird seit 2007 voll automatisch betrieben. Man erklimmt die Plattform in 60 m Höhe über eine spekakuläre Wendeltreppe und genießt von oben einen 360° Blick, der bei guter Sicht beinahe über das gesamte Finistere reicht. 307 Stufen muss man allerdings einkalkulieren, bis man oben ankommt. Der Rekord für den Aufstieg wurde beim jährlichen Wettlauf von Maxime Signorino aufgestellt – sage und schreibe 46 Sekunden und 56 Hundertsel (ich hab doch um Einiges länger gebraucht).

Das Treppenhaus selbst ist mit teils schon arg in Mitleidenschaft gezogenen Fliesen bedeckt. Die Geländer sind aus Bronze und noch weitestgehend im Originalzustand, genau wie die Fenster und die Laternen, die das Treppenhaus erhellen.

Im Inneren befindet sich ein kleiner Gedenkraum an den Namensgeber, mit einer kleinen Statue und einer Gedenkplatte.

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Gedenkraum

 

Infos

Für Erwachsene kostet die Besteigung 2,70€ (Stand Oktober 2018). Die Öffnungszeiten sind abhängig von der Saison – im Oktober offiziell von 14 Uhr bis 18 Uhr. In der Hauptsaison (Juli und August) ist von 10.30 Uhr bis 19.30 Uhr geöffnet. Im April, Mai, Juni und September von 10.30 Uhr bis 18.30 Uhr. Von 12. November bis Anfang April ist geschlossen.

Das Tor wurde bei unserem Besuch allerdings schon ab 17.40 Uhr geschlossen, wir kamen gerade noch so hinein.

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The Gate
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What a View
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