Schloss Solitude: Am Hof von Carl Eugen

Auf einem Höhenzug zwischen Stuttgart und Leonberg liegt eines der legendärsten Schlösser des Württembergischen Hofes, bekannt für die aufwendige und verschwenderische Hofhaltung des Herzogs Carl Eugen von Württemberg.

Deckengemälde im weißen Saal von Schloss Solitude

Auf der Solitude – Geschichte eines Schlosses

Für einen Herzog war es im 18. Jahrhundert essentiell, dass es neben der Residenz viele kleine Lustschlösser in der Umgebung gab. Und so war die Bautätigkeit rund um seine Hauptresidenz auch für Herzog Carl Eugen von Württemberg damals enorm wichtig.

Besonders für die politisch eher unbedeutenden Württemberger war die ausgelassene Hofhaltung enorm wichtig. Und so begann Carl Eugen 1763 mit der Errichtung des Jagd- und Repräsentationsschlosses Solitude – direkt am Rande eines Abhangs hoch über Ludwigsburg. Mit dem Bau wurden der Deutsche Johann Friedrich Weyhing und der Franzose Philippe de La Guêpière beauftragt, die Bauarbeiten wurden nach nur 6 Jahren abgeschlossen.

Doch der Bau überstieg die finanziellen Mittel des Herzogshof, aufgrund von politischen Konflikten verlegte Carl Eugen schließlich sogar seinen Residenzsitz von Stuttgart nach Ludwigsburg.

Auch die rauschenden Feste auf der Solitude währten nur 6 Jahre – schon 1775 wurde alles ins nahegelegene Hohenheim verlagert.

Solitude mit Achse zur Solitudeallee

Die sommerliche Schlittenfahrt – und Casanova als Gast

Wie es im 18. Jahrhundert üblich war, galt auch in der Residenz von Carl Eugen eine besonders aufwendige Hofhaltung. Und so wird die Geschichte einer ganz besonderen Schlittenfahrt erzählt.

Solitude liegt direkt an einem Berghang mit weitem Blick bis hinunter ins 13 km entfernte Ludwigsburg als direkte Verbindung zum dortigen Residenzschloss. Ganz im barocken Stil und bis heute zu erkennen wurde eine schnurgerade Allee angelegt, und die sogar über die Eremitage und den Schlosspark hinaus die Anlage symmetrisch in zwei Teile teilt.

Im Winter liebte der Herzog seine ausgiebigen Schlittenfahrten. Und so bekam er eines Tages auch im Sommer Lust auf seinen geliebten Schlitten. Es soll der Legende nach der Befehl ergangen sein, die gesamte Allee mit Salz zu streuen, damit alles für eine Schlittenfahrt bereit wäre. Doch die Schlittenfahrt dürfte so nie stattgefunden haben – denn Salz war damals ein teures Handelsgut und in diesen Mengen wohl kaum zu beschaffen.

Ein weiterer Beleg für die Verschwendungssucht am Württembergischen Hof dürfte ein Besuch von Giacomo Casanova sein. Der beschrieb in seinen Memoiren den Hof als „glänzendsten in Europa“ und die Verhältnisse dort „Großzügige Gehälter, prachtvolle Gebäude, Jagdzüge und Verrücktheiten aller Art“.

Doch alsbald regte sich Widerstand gegen die ungeheuren Kosten, die der Bau und die Hofhaltung auf Solitude verursachte. Die Hofhaltung auf Solitude wurde aufgegeben.

Solitude heute

Nachdem die Hofhaltung nach Hohenheim verlegt wurde, war auf Solitude eine Militärakademie untergebracht. Ihr berühmtester Schüler war Friedrich von Schiller. Danach wurde das Gelände nur noch wenig genutzt, Gebäude verrotteten, die Gärten verwilderten.

Vom prunkvollen Schlossgarten sind heute kaum mehr als die angelegten Sichtachsen zu sehen. Das Schloss wurde restauriert und kann besichtigt werden. Besonders beliebt ist die Solitude für ein romantisches Picknick oder Fotoshooting zum Sonnenaufgang.

Außerdem ist auf der Solitude eine Akademie untergebracht. Die Villa Massimo bietet jungen Künstlern Stipendien und Wohnungen in den erhalten gebliebenen Kavalliershäuschen.

Schlossplatz auf der Solitude

Gastro

Das Schloss ist besonders beliebt für Hochzeiten und Events. Die prunkvollen Säle waren einst die tatsächlichen Wohnräume von Carl Eugen – die repräsentativen Empfangsräume waren im Schloss.

Wenn keine Events sind, steht die Gastronomie allen Gästen als á la carte Restaurant zur Verfügung. Berühmt sind vor allem die Summerdrinks und der Zwiebelrostbraten.

Eintritt & Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Der Eintritt kostet für Erwachsene 4€, Kinder zahlen 2€ – die Familienkarte kostet 10€.

Im halbstündigen Takt fährt der Bus Nummer 92 vom Rotebühlplatz unter anderem über den Westbahnhof direkt in den Schlosshof. Nach 21 Uhr verlängert sich die Frequenz auf einmal pro Stunde. Es gilt der 1 Zonen Fahrschein.

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