Wenn man das Reiseziel Hongkong hört, verbindet man dies sicher mit tiefen Hochhausschluchten und nicht unbedingt mit Natur. Hongkong ist aber weit mehr als nur Hongkong Island mit seiner berühmten Skyline. Es gehören mehr als 250 Inseln dazu, von denen einige wild und unbewohnt sind. Der Park entstand im Distrikt Yuen Long, der größtenteils auf Schwemmland entstand. Das umliegende Wohngebiet Tin Shui Wai New Town wurde trockengelegt. Der Park wurde ab 1998 als Ausgleichsfläche und Zentrum für Umweltbildung und Ökotourismus in Hongkong künstlich angelegt. 2006 wurde er der Öffentlichkeit übergeben.

Der Park ist bei Touristen weit weniger bekannt – von den 440 000 Besuchern 2012 waren lediglich 37 000 ausländische Touristen.
Man betritt den Park durch ein 10 000 Quadratmeter großes Besucherzentrum, das neben einem Restaurant (Essen ist okay, man sollte aber die chinesischen Zahlen beherrschen, da die aufgerufen werden) und einem kleinen Indoorspielplatz auch mehrere, bis zu 1200 Quadratmeter große Ausstellungsräume, in denen die Natur kindgerecht aufbereitet und erklärt wird.
Kommt man nach draußen, wartet das erste Highlight. In einem 8 mal 9 Meter großen Außengehege lebt eine echte Legende Hongkongs. Pui Pui ist ein Salzwasserkrokodil, das man 2004 am Shan-Pui-Fluss einfangen musste – es war wohl ein in die Freiheit entlassenes Haustier, da er das einzige Exemplar war, das jemals in Hong Kong gesichtet wurde. Und so dauerte es auch 7 Monate, bis man das Tier endlich einfangen konnte.




Im 60 Hektar großen Außengelände gibt es mehrere künstlich angelegte Seen und Flüsse, an denen sich zahlreiche Arten einheimisch fühlen. Es gibt gleich mehrere Beobachtungspunkte, kleine Hütten, in denen es Möglichkeiten für Fotografen, aber auch Fernrohre zur Vogelbeobachtung gibt. Hier findet man auch Tafeln, auf denen die wichtigsten Arten, die man entdecken kann, auf Deutsch und Englisch erläutert werden. Durch das Gebiet geht es auf einem etwa 4 km langen Wanderweg, der zum Teil auf Pfählen durch die Feuchtbiotope führt.
In den künstlich angelegten Flussläufen gibt es sogar Muscheln, was auf eine besondere Wasserqualität hinweist.
Neben Wasserlebensräumen gibt es aber auch andere, künstlich angelegte Habitate, etwa den 2000 Quadratmeter großen Schmetterlingsgarten, der mit seiner Bepflanzung heute 60 verschiedene Schmetterlings- und Falterarten beheimatet.
Für mich war der Besuch im Wetland Park ein beeindruckendes Erlebnis – und das nicht nur, weil ich das erste Mal einen wildlebenden Eisvogel gesehen habe, sondern vor allem, weil die Hochhäuser von Tin Shui Wai bis an die Grenzen des Parks heranreichen, ich aber dennoch so eine beeindruckende Vielfalt an Wasservögeln und anderen Arten mitten in einer Großstadt wie Hong Kong erlebt habe.
Gemeinsam mit Yung Shue Wan und der Lugard Road gehört der Hong Kong Wetland Park zu den absoluten Geheimtipps, Orte, an denen man der Hektik der 7,4 Mio. Einwohner Metropole entfliehen kann.
Info:
Man erreicht den Park mit der West Rail Line bis Tin Shui Wai und dann mit der Tram Linie 705 bis Hong Kong Wetland Park (dauert ab East Tsim Sha Tsui Station etwa 1 Stunde).
Der Eintritt kostet für Erwachsene 30 HK$ und für Kinder (3 bis 17 Jahre) 15 HK$.
Der Park ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.





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