Busan entdecken: Kultur, Märkte und Strände

Neben Seoul gehört Busan sicherlich zu den Hotspots für Touristen in Südkorea. Was einst im Koreakrieg die „Letzte Bastion des Südens“ war, ist heute eine Hippe Metropole am Meer…

Doch was darf man nicht verpassen?

Gamcheon Culture Village

Wenn du auf Instagram schon Bilder von Busan gesehen hast, kennst du sicher die bunten Häuser an den steilen Hängen, die als beliebte Selfiekulisse dienen. Doch das Viertel hat eine lange und bewegte Geschichte. Es entstand in den 1920er Jahren als Gebiet für die Hafenarbeiter.

Nach dem Korea Krieg siedelte man hier 800 Familien an, die aus dem Norden des Landes geflohen waren – was das Gebiet exponentiell vergrößerte. Doch bis in die 1990er galt Gamcheon als Armutsviertel, in dem viele Menschen auf engstem Raum lebten. Auch ein Grund, warum viele Menschen Busan verließen.

Das sollte sich jedoch 2009 ändern, als das Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus dazu aufrief, Pläne für eine Verschönerung zu schaffen. Hauptsächlich Künstler, Studenten und Einheimische beteiligten sich daran, und Gamcheon wurde bunt. Reminiszenzen aus „der kleine Prinz“ tauchten überall auf. Auch der wohl bekannteste K-Pop Exportschlager „BTS“ bekam ein eigenes Mural. In den Häusern siedelten sich Künstler an.

Das bedeutete aber auch, dass immer mehr Touristen nach Gamcheon kamen – während 2015 1,4 Millionen Touristen durch die engen Gassen und über die steilen Treppen stiegen, zogen sich die Anwohner, die nichts mit dem Tourismus zu tun haben wollten, nach und nach weg. Damals sollen rund 300 Häuser leergestanden haben. Doch diese Leerstände werden immer mehr genutzt, um dort Kunstgalerien und Museen anzusiedeln.

An BTS kommt man in Gamcheon nicht vorbei

Arte Busan Museum of Immersive Arts

Etwas außerhalb gelegen gibt es ein spektakuläres immersives Museum. Nachdem ich Teamlabs in Tokio gehasst hatte, war ich zunächst etwas skeptisch. Hier steht man jedoch glücklicherweise nicht auf einmal barfuß, knietief in lauwarmem Wasser. Man arbeitet hier viel mehr mit spektakulären Projektionen. Man kann hier regelrecht eintauchen in einen kleinen Tornado oder bei unserem Besuch die Kunst im Centre Pompidou in einer Projektion bewundern, die die Geschichte des berühmten Museums in Paris erzählt.

Kosten: Erwachsene zahlen wochentags etwa 22.000 KRW (ca. 15€) und am Wochenende/Feiertagen 25.000 KRW (ca. 17€)

Adresse:  29 Haeyang-ro 247beon-gil, Yeongdo-gu – Busan

Jagalchi Fish Market

Zugegeben: Für das Veganer-Herz ist der Jagalchi Fish Market denkbar ungeeignet – schließlich kann man hier den frischesten Fisch auf dem größten Markt des Landes kaufen. Aber auch getrockneter Fisch, jedliche Art von Meeresfrüchten und Gemüse werden rund um die großen Markthallen verkauft. Als Tourist kann man wohl am Besten in die zahlreichen Fisch-Restaurants einkehren.

Bekannt ist der Markt für seine weiblichen Verkäuferinnen, die den Fisch vor Ort töten und ausnehmen. Die Jagalchi Ajumma entstammen der Nachkriegszeit, als vor allem Frauen hier für den Verkauf zuständig waren.

Haeundae Blueline Park

Bekannt ist Haeundae hauptsächlich aufgrund der Sky Capsules. Auf der 2 km langen Strecke zwischen Mipo und Cheongsapo fahren die kleinen Miniaturstraßenbahnen auf einer Monorail in etwa 7-10 m Höhe. Sie sind für bis zu 4 Personen und fahren automatisch mit einer Geschwindigkeit von 4 km/h entlang der Küstenlinie. Der Preis liegt zwischen 35000 Won (2 Mitfahrer) und 50000 Won (4 Mitfahrer).

Haeundae Sky Capsule

Neben den Sky Capsule fährt auch ein Beachtrain zwischen Mipo und Songjeong. Die alte Straßenbahn fährt teils parallel zu den Schienen der Sky Capsule. Die Züge im bunten Retro Design sind speziell auf Aussicht ausgelegt und zeigen durch ihre Panoramafenster spektakuläre Blicke auf die Felsküste. Im Gegensatz zu den Sky Capsule gibt es aber mehrere Stationen – Mipo, Dalmaji-Tunnel, Cheongsapo, Daritdol Skywalk, Gudeokpo und Songjeong.

Die Tickets kosten 8.000 KRW (ca. 5,50 EUR) für eine Einzelfahrt, 12.000 KRW für zwei Fahrten und 16.000 KRW für eine Tageskarte.

Wer es etwas aktiver haben will, nimmt den parallel verlaufenden Wanderweg entlang der Küste. Spektakulär sind die großen Skywalks, die ins Meer hineinragen. Der Weg ist flach und bestens geeignet für einen entspannten Spaziergang im Sonnenuntergang.

Küstenwanderweg mit mehreren Skywalks direkt über dem Meer

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Haedong Yonggung Temple

In Korea gibt es einen echten Seefahrer Tempel. Der Haedong Yonggung Tempel liegt etwas außerhalb von Busan und ist dem Haesu Gwaneum Daebul (海水觀音大佛) gewidmet, dem Buddha der Barmherzigkeit des Meeres.

Seit 1376 wird hier für Reichtum und speziell die Gnade des Meeres gebetet. Im Gegensatz zu anderen buddhistischen Tempeln, die häufig hoch oben in den Bergen gebaut wurden, ist der Haedong Yonggung direkt an der spektakulären Küste am Ostmeer gebaut. Der Besucher muss hier 108 Stufen hinuntersteigen. Jede davon steht für eine der 108 weltlichen Begierden im Buddhismus.

Buddha mit Ausblick
Der Weg hinunter zum Tempel über 108 Stufen

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