Das berühmte rote Tori im Meer ist wohl eins der bekanntesten Motive Japans – so ikonisch, dass sie zahllose Reiseführer ziert. Und auch ich durfte die berühmte Insel unweit von Hiroshima schon besuchen.
Schon beim Betreten der Insel hat man das Gefühl, dass man an einem ganz besonderen Ort ist – den Frauen übrigens erst seit dem 20. Jahrhundert betreten dürfen…

Der Itsukushima Schrein
Während das berühmte rote Tori erst 1875 erbaut wurde, geht der Schrein schon viel länger zurück. Erbaut wurde die erste Anlage im Jahr 593. Dabei wurde die Insel selbst als eine Art Gott verehrt. Deshalb scheint der Schrein auch auf dem Wasser zu schweben, denn eine Errichtung unmittelbar auf dem Boden der Insel würde ja eine Beschädigung bedeuten. Es war auch ursprünglich nicht erlaubt, sich dem Schrein vom Land her zu nähern. Man erreichte ihn zur Flut mit dem Boot.
Heute kommen pro Jahr rund 5 Millionen Besucher auf die Insel – entsprechend hat sich da wohl etwas verändert.




Am Eingang des Tempels fällt ein kleines Haus mit einer Pferdestatue auf. Diese hat eine tiefe Verbindung mit der Insel – denn der Itsukushima Schrein war beliebter Ort, um für die Gnade der See und das Wetter zu beten. Im Shinto Glauben waren diese Shinme dafür bedeutend. Man opferte ein Schwarzes Pferd im Gebet für Regen und ein weißes Pferd, um für gutes, ruhiges Wetter zu beten.
Die Haltung war auf Dauer zu Teuer und zu Aufwendig, weshalb sich im Pferdestall des Schreins heute nur noch eine lebensgroße Figur aus Holz befindet. Diese wird heute insbesondere von Reisenden für gutes Reisewetter angebetet.
Daishoin Tempel
Wie so oft, finden man nahe bedeutender Shinto Schreine auch einen korrespondierenden Buddhistischen Tempel. Auf Miyajima ist das der Daishoin Tempel, der am Fusse des Berges Misen liegt. Dieser wurde um 806 vom berühmten Mönch Kukai gegründet. Neben seiner engen Verbindung zum japanischen Kaiserhaus ist der Tempel für die unlöschbare Flamme bekannt, die hier schon seit mehr als 1200 Jahren brennt.

Bekannt ist der Tempel auch für seine zahllosen Steinfiguren. Direkt an der Treppe zum Tempel etwa stehen die Rakan. Jeder von diesen erleuchteten Jüngern Buddhas hat ein individuelles Gesicht. Die Mützen werden ihnen Oft von Besuchern aufgesetzt als Opfergaben. Die Farbe Rot hat dabei eine tiefe spirituelle Bedeutung – sie soll Krankheit und Böse Geister abwehren.

In endlosen Reihen rund um den Tempel stehen auch zahllose Jizo Figuren mit einer herzzerreißenden Bedeutung. Die gelten als Schutzpatron der Reisenden, aber auch als Patron der früh verstorbenen (oder tot geborenen) Kinder und sollen diese im Jenseits vor Unheil schützen. Entsprechend werden auch hier Opfergaben wie kleine Mützen oder Münzen abgelegt.


Sika Hirsche
Ähnlich wie in Nara laufen auch in Miyajima die mehr oder weniger zahmen Sikahirsche herum. Diese gelten als Boten der Götter und sind deshalb heilig. Sie sind hier aber weniger aggressiv als in Nara, was wohl daran liegt, dass hier nicht an jeder Ecke spezielle Kuchen für die Tiere verkauft werden – im Gegenteil: Das Füttern ist sogar für Besucher verboten. Für uns Europäer ist es aber definitiv mehr als ungewohnt, wenn plötzlich eine Hirschkuh vor dir steht und dich interessiert anschaut.

Sorgen muss man sich um die Sikahirsche nicht machen, sie können sehr gut ihre Meinung kundtun. Die Tiere finden in den Wäldern des Berges Misen ausreichend artgerechtes Futter!
Wissenswertes
Wie kommt man hin
Von Hiroshima Station fährt man mit der JR San-yo Line bis Miyajimaguchi – von dort nimmt man die Fähre hinüber zur Insel, die in der Hauptsaison mehrmals pro Stunde fährt. Von der Fähre lässt sich auch erstmals das rote Tori bewundern, durch das man bei Ebbe auch zu Fuss gehen kann.
Bei unserem Besuch 2023 wurde alles von unserem JR Rail Pass abgedeckt. Wir bekamen das damals direkt bei der Aktivierung/Abholung des Passes in Tokio erklärt – und es steht auch im Prospekt, das man erhält.


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