Casa de Pilatos in Sevilla – Der Alcazar in Miniatur

Bei unserer Planung für Sevilla haben wir tatsächlich einen kleinen Fehler gemacht – wir haben uns nicht früh genug um Tickets für den Alcazar bemüht. Wir waren 4 Tage dort und dachten, dass das schon irgendwie klappt. Doch es war schon mehr als 1 Woche im voraus alles ausverkauft (Tickets gibts über getyourguide hier – mit DAHEIMISTLANGWEILIG5 gibt es 5%). Leider ist es essentiell, gerade für die großen Sehenswürdigkeiten in Andalusien möglichst viel vorab zu buchen.

Wir haben uns dann um Alternativen bemüht. Und landeten bei einem etwas kleineren Palast, der aber dafür umso mehr spannendes zu Entdecken bietet…

Casa de Pilatos

Das Pilatushaus ist ein Adelspalais aus dem 15. Jahrhundert. Errichtet wurde es im Mudéjar Stil, der in der Gegend so typisch ist.

Erbaut wurde das Palais von der Familie Enriquez de Ribera und gilt als eine Art Prototyp für den Architekturstil. Der Name stammt aus dem Jahr 1519, als der Inhaber des Hauses Fadrique Enriquez de Ribera Jerusalem besuchte und in dieser Wallfahrt eine Inspiration im Hause des Pilatus sah. Eben dieser Fadrique reiste auch durch Italien, was dem Bau auch Elemente der italienischen Renaissance einbrachte.

Nach dessen Tod erhielt sein Neffe den Besitz und wurde gleichzeitig zum ersten Herzog von Alcalá und Vizekönig von Neapel. Seiner Leidenschaft für die Antike ist die Grundlage der riesigen Kunstsammlung zu verdanken, darunter die antiken Statuen im großen Haupthof. Dazu wird der Haupthof von den Büsten 24 römischer Kaiser eingerahmt. Der Patio General gilt als einer der schönsten in Andalusien.

Für den Mudejár Stil charakteristische Stuckbögen

Berühmt ist der Palast für seine Azulejos. Die iberischen Kacheln sind hier in ihrer Vielfalt unvergleichlich. Nicht weniger als 150 unterschiedliche Designs sind hier an den Wänden zu finden. Sie bedecken 1200 Quadratmeter Fläche.

An der Westseite öffnet sich dann ein großer Renaissancegarten mit Ursprung im 16. Jahrhundert. Dieser wird umrahmt von Gebäuden mit Loggien, klassisch wie in Italien.

Ein Besuch in der Casa de Pilatos ist mehr als lohnenswert, auch wenn man kein Ticket für die Führung durch die Kunstsammlung in der oberen Etage ergattern kann. Die Anlage ist ein echter Leckerbissen, mich hat vor allem die Ruhe im Hauptgarten beeindruckt – und natürlich die grandiose Vielfalt der Azulejos, die in riesigen Flächen und farblicher Vielfalt überzeugen.

Es muss damals einen riesigen Eindruck gemacht haben, die Herzoge von Alcalá zu besuchen. Es ist definitiv etwas Besonderes, das in Erinnerung bleibt. Von mir gibt es eine klare Empfehlung.

Tickets

Das Ticket gliedert sich in zwei Teile. Das Erdgeschoss kann ohne Führung besichtigt werden, das Ticket kostet 12€ (Vorabbuchung kann grade in der Hauptsaison Wartezeiten ersparen – über getyourguide – mit DAHEIMISTLANGWEILIG5 gibts 5%) – das Obergeschoss kann nur in Führungen gezeigt werden, weil es teils noch als Wohnsitz der Grafen Medinaceli genutzt wird. Das Ticket kostet 6€, bei uns ging sich das zeitlich aber nicht aus. Ein Audioguide gibts per Smartphone-App gratis dazu.

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