Bei meiner Korea-Reise 2025 war Gyeongju ein außergewöhnlicher Stop, immerhin war ich 2 Tage nach Donald Trumps Staatsbesuch dort. Gyeongju spielt als alte Hauptstadt der Silla Dynastie außerdem eine extrem wichtige Rolle in der Geschichte des Landes, was man nicht zuletzt an den unzähligen Grabhügeln in der Stadt bemerkt.
Wir waren insgesamt 3 Tage dort. Es bietet sich aber auch etwa ein Tagesausflug von Busan aus an.
Die Geschichte von Gyeongju
Bekannt ist Gyeongju hauptsächlich für die unzähligen Grabhügel aus dem 7. bis 9. Jahrhundert. Zu dieser Zeit war das Vereinigte Königreich der Silla beherrschend auf der Koreanischen Halbinsel und hatte in Gyeongju seinen Hauptsitz.

Die Silla gerieten in Vergessenheit, weshalb die ersten Grabhügel erst um 1920 geöffnet wurden – und es kamen unvergleichliche Goldschätze zum Vorschein.
Highlights
Das Cheomseongdae Observatory
Das Observatorium stammt wohl aus dem 7. Jahrhundert und gilt damit als das älteste derartige Gebäude in Ostasien. Der Turm wurde (der Überlieferung nach von Königin Seongdeok errichtet. Er diente wohl der Sternbeobachtung und dem damit verbundenen Wetter, wobei der genaue Zweck bis heute unklar ist. Jede der 30 Schichten besteht aus exakt 12 Steinen und das Innere des Turms ist mit Erde ausgefüllt.

Tumuli Park
Daereungwon ist ein weitläufiger Park, der 23 Tumuli der größten Silla Herrscher beherbergt. Diese bis zu 25m hohen Grashügel wurden über Jahrhunderte für natürliche Erhebungen gehalten. Ging übrigens auch mir so – stünden nicht überall Warnungen, dass man die Hügel nicht betreten darf, hätte ich das auf den ersten Blick für einen seltsamen Golfplatz gehalten…
Als man jedoch aufgrund von Bauarbeiten einige davon öffnete, kamen sagenhafte Goldschätze und Kronen zu Tage.

Das Grab des himmlischen Pferdes (Cheongmachong) wurde einst geöffnet und kann heute als aufwendige Rekonstruktion besichtigt werden. Diese lässt beinahe die Pyramiden von Gizeh alt aussehen.

Wolji
Die heutige Teichanlage galt einst Teil einer riesigen Palastanlage der Silla. Die Pavillons rund um den Teich wurden wohl 935 bei einem großen Brand zerstört. Erst 1975 wurde der kleine Teich aufgrund von Restaurierungsarbeiten trockengelegt und man entdeckte Überreste der Gebäude, die man restaurierte.
Und man fand nicht nur die Gebäudereste. Nur 730 der insgesamt 33000 dokumentierten Fundstücke finden sich heute im Nationalmuseum von Gyeongju.

Bulguksa Tempel
Die ausladende Tempelanlage liegt zwar etwas außerhalb von Gyeongju, ein Besuch lohnt sich aber allemal. Die Verbindung ins Stadtzentrum läuft mit dem Bus problemlos.
Die Geschichte des Bulguksa geht auf das Jahr 528 zurück, als der Mönch Beopheung an dieser Stelle einen kleinen Gebetstempel errichtete. Der heutige Tempel wurde im Jahr 744 errichtet und immer weiter ausgebaut. Jedoch wurde er auch immer wieder Opfer von Plünderungen. Unter anderem wurde er im Imjin Krieg 1592-98 vollständig zerstört, jedoch immer wieder rekonstruiert und neu aufgebaut.
Er enthält sieben Nationalschätze Koreas: zwei Steinpagoden, zwei vergoldete Buddhastatuen, zwei Treppenanlagen und einen Reliquienbehälter.
Heute gehört er mit der Grottenanlage Seokguram (war bei unserem Besuch leider geschlossen) zum UNESCO Welterbe.

Wissenswertes
Reist man mit der Bahn an, muss man beachten, dass der Bahnhof etwas außerhalb der Stadt liegt. Die Busverbindung in die Stadt hinein ist allerdings relativ gut. Wie immer an koreanischen Bushaltestellen ist die Fahrgastinformation grandios gut (man muss aber wissen, dass man die Sprache auf Englisch umstellen kann, wir haben das erst am letzten Tag rausgefunden…).
Für Busan bietet sich auch der Fernbus als unproblematische Möglichkeit an. Wir sind von Gyeongju zum Airport in Busan gefahren.





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