Circus Roncalli in Wien – Zirkus geht auch tierfrei…

Das letzte mal war ich in der Grundschule im Zirkus. Wenn ich drüber nachdenke, ist das schon mehr als 25 Jahre her. Als dann die Einladung zur Premiere der Tour des „Storyteller“-Programms des Circus Roncalli in meinem Posteingang landete, hab ich mich daher besonders gefreut. Denn über die Jahrzehnte hat sich der Zirkus verändert…

Was den Tourneestop in Wien so besonders macht? Ich kenne Zirkus eigentlich nur irgendwo am Stadtrand auf einer großen Freifläche. In Wien bringt Roncalli den Zirkus in den Mittelpunkt der Stadt – direkt vor die spektakuläre Kulisse des Wiener Rathauses.

Circus Roncalli – Ein Zirkus mit Geschichte

Mit dem Tourstop in Wien kommt der Circus Roncalli an den Ort seiner Gründung zurück. Zirkusdirektor Bernhard Paul gründete das Unternehmen im Jahr 1975 gemeinsam mit Starkünstler André Heller. Premiere feierte der Zirkus am 1. April 1976 in Graz.

Schon 1977 trennten sich Heller und Paul im Streit – Paul machte alleine weiter und leitet den Zirkus bis heute. Ständig auf Reisen ging der Zirkus im In- und Ausland. Unter anderem trat der Zirkus 1986 als erster bundesdeutscher Zirkus in der UdSSR auf.

Die Artisten der diesjährigen Show stammen aus 28 Ländern.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Tourstop Rathausplatz
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Manege frei

Ein Zirkus ohne Tiere

Was ich mir als Kind nicht vorstellen konnte, hat der Circus Roncalli umgesetzt – und das in absoluter Perfektion. Wildtiere waren in Österreich schon seit Januar 2005 per Gesetz verboten – Löwen, Elefanten und Tiger sind seit dieser Zeit tabu. Mit Pferden oder Hunden wurde weiterhin gearbeitet. Der Circus Roncalli ist allerdings mit seiner „Storyteller“-Show einen Schritt weitergegangen und lässt Elefanten und Pferde nur noch als Hologramm und als kostümierte Artisten auftreten und ist seit dem vollständig tierfrei. Damit wird der ohnehin schon poetisch-akrobatische Schwerpunkt der Show weiter verstärkt.

Tut das dem Zirkuserlebnis einen Abbruch? Für mich ganz im Gegenteil – es weckt viel mehr noch mehr das Bewusstsein dafür, was die Haltung von Zirkustieren bedeutet, etwa wenn die „Elefantenbabys“ durch das Publikum geführt werden.

Schwerpunkt der Show liegt auf den Clowns und den Artistikeinlagen – es treten unter anderem Trapezkünstler auf, Artistinnen klettern am Kristalllüster und ein Künstler balanciert auf einem Stapel Stühle. Was erstmal nach relativ wenig Abenteuer klingt, wird vom Circus Roncalli zu einer poetischen Show zusammengestellt, die ihresgleichen sucht – Gänsehaut vom ersten bis zum letzten Moment – das gesamte Zelt hat im wahrsten Sinne des Wortes getobt, Artisten haben die Besucher im wahrsten Sinne des Wortes von den Stühlen gerissen – eine Stimmung, an die ich mich aus meinen Kindheits-Zirkus-Erfahrungen überhaupt nicht erinnern kann.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Ein paar Elefanten sind doch da – aber nur aus Stoff – gemeinsam mit Clown Gensi
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Mehr Clowns – Weniger Tiere – Clown Anatoli
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Mehr Artisten – weniger Tiere – Queens of Baroque
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Klassische Zirkusakrobatik – Chistirrin und die Flying Jalapenos

Info

Der Circus Roncalli gastiert noch bis 14. Oktober in Wien – Vorstellungen sind Dienstags bis Samstags um 15 Uhr und um 19.30 Uhr, Sonntags um 14 und 18 Uhr. Montags ist spielfrei.

Tickets könnt ihr euch hier sichern.

Im Anschluss gastiert der Zirkus vom 19. Oktober bis 11. November auf dem Freigelände der Messe in Graz.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
CEDEÑOS BROTHERS
Advertisements

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.