Mozarts Wien – Unterwegs mit den Stadtführern von Secret Vienna

Wien ist die Stadt der Musik. Fast alle der großen, klassischen Komponisten arbeiteten in der Kaiserstadt. Dazu gehört natürlich auch das wohl berühmteste Wunderkind der Geschichte. Schon als 6-jähriger Bub durfte der Salzburger Wolfgang Amadé Mozart am Wiener Hof vorspielen. Und er hinterließ in Wien zahlreiche Spuren, schließlich verbrachte er die letzten 10 Jahre seines Lebens und Schaffens als freischaffender Künstler im Stadtzentrum. Ich habe mich gemeinsam mit Christine Triebnig Löffler von Secret Vienna auf Spurensuche begeben.

Der erste Auftritt – Palais Collalto – Am Hof 13, 1010 Wien

Das Talent des kleinen Mozarts erkannte der Vater früh. Und so begab er sich mit ihm und seiner Schwester Nannerl auf große Reise, um das Wunderkind der Öffentlichkeit und vor allem dem Kaiser vorzustellen. Und so kamen die beiden Kinder in der zweiten Oktoberwoche nach Wien und gaben im Palais Collalto ihr erstes öffentliches Konzert. Graf Thomas Vinciguerra Collalto hatte die beiden schon in Linz gehört und ließ sie spielen, noch bevor das kleine Wolferl im Spiegelsaal von Schönbrunn vor Maria Theresia und Franz I. Stephan und ihren 12 Kindern auftrat.

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Der Fusstritt in ein neues Leben – Deutschordenshaus – Singerstraße 7, 1010 Wien

Nach dem Auftritt am Hof kehrte Mozart nach einer langen Reise nach Salzburg zurück und stand in den Diensten des Fürstbischofs Graf Colloredo. Der schickte ihn 1781 zurück nach Wien. Nur wenige Monate lebte er im Deutschordenshaus in einer Wohnung im ersten Stock, verzweifelt kämpfte er um seine Freiheit, bis er endlich aus den Diensten Colloredos entlassen wurde. Vor allem sein Vater wollte den talentierten Jungen weiter in Diensten der Kirche sehen. Der fürsterzbischöflichen Oberstküchenmeister Karl Graf Arco soll ihn unsanft mit einem Fusstritt aus der Wohnung befördert haben.

Am 9. Mai 1781 schreibt Wolfgang an seinen Vater Leopold in Salzburg:

„(…) Dass Sie glauben, daß ich mich bey der Noblesse und dem Kaiser selbst in üblen Credit setzen werde, ist grundfalsch, den der Erzbischof ist hier gehasst, und vom Kaiser am meisten; das ist eben sein Zorn, dass ihn der Kaiser nicht nach Laxenburg eingeladen hat (…)“

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Im Haus der Weberschen – Milchgasse – Milchgasse 1, 1010 Wien

Vom Deutschordenshaus zog Mozart in die Milchgasse hinter der Peterskirche zu Madame Weber, die dem freischaffenden Künstler Unterkunft gewährte. Hier entstand nicht nur seine berühmte Oper „Die Entführung aus dem Serail“, hier lernte er auch seine große Liebe Constanze kennen, die Tochter der Madame Weber. In sie muss er bis über beide Ohren verliebt gewesen sein – zumindest wenn man den zahllosen, teils kitschigen Liebesbriefen glauben darf, die erhalten geblieben sind.

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Die glückliche Zeit – Mozarthaus Wien – Domgasse 5, 1010 Wien – Eintritt regulär 11€

Das Haus Domgasse 5 ist die einzige der 13 Wohnadressen Mozarts, die erhalten geblieben ist. Im ersten Stock befand sich die Wohnung, in der er mit seiner Familie, seinem Hund und seinen Schülern lebte. In den 2 1/2 Jahren, in denen er in der Domgasse lebte, entstanden zentrale Werke wie „Le Nozze de Figaro“.

Heute ist das ganze Haus dem Leben Mozarts gewidmet. Auf drei Etagen kann man sich auf Spurensuche begeben. Man beginnt den Rundgang im 3. Stock, der sich mit den Lebensumständen Mozarts in Wien beschäftigt. Die zweite Etage erzählt die Geschichte der Kompositionen Mozarts und im ersten Stock wurde die Wohnung mit 4 Zimmern, 2 Kabinetten und einer Küche so weit wie möglich rekonstruiert. Es ist die größte bekannte Wohnung Mozarts.

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Im Innenhof des Mozarthaus Vienna

Die letzte Wohnung – Kaufhaus Steffl – Rauhensteingasse 8, 1010 Wien

Zahlreiche Wohnadressen aus Mozarts 10 Jahren in Wien bekannt. Er starb im Alter von nur 35 Jahren, vermutlich an rheumatischem Fieber. Das Haus in der Rauhensteingasse steht heute nicht mehr. An der Stelle wurde nach 1949 das Kaufhaus Steffl errichtet. Und so treffe ich hier auch auf außergewöhnliche Spuren, die Mozart hinterlassen hat. Geht man in das Kaufhaus hinein und fährt mit dem Aufzug hinauf in den 7. Stock, steht dort die älteste bekannte Büste von Mozart. Die war ursprünglich im Mozarthof aufgestellt, der das ursprüngliche Sterbehaus Mozarts ersetzte, welches aufgrund von Kriegsschäden abgetragen werden musste. Die Büste blieb erhalten und wurde hier oben wieder aufgestellt, im Andenken an das große Genie.

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Büste am Dach des Kaufhaus Steffl

In der Nachbarschaft, Rauhensteingasse 3, liegt auch noch heute die Loge der Freimaurer, der Mozart damals angehörte – zu erkennen am Stein, der an der Kette oberhalb der Türe angebracht ist.

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Tor der Freimaurerloge, in der auch Mozart Mitglied war

Nicht weit entfernt hat Mozart weitere Spuren hinterlassen. Den Sarg des großen Genies wurde am 5. Dezember 1791 zum Stephansdom in die Totenkapelle gebracht, wo er eingesegtnet wurde, bevor sich der Totenzug in Richtung Stubentor begab.

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Totenkapelle im Stephansdom

 

Die letzte Ruhestätte – Biedermeier Friedhof St. Marx Leberstraße 6-8, 1030 Wien

Wie es damals, unter Kaiser Josef II., üblich war, wurde Mozart anonym in einem Schachtgrab am Friedhof in St. Marx begraben. Nur der alte Totengräber kannte die genaue Position. Doch als Constanze Mozart 18 Jahre später nach dem Grab ihres Mannes suchte, war der gestorben. Das Grab konnte nicht mehr genau lokalisiert werden. Das heute am höchsten Punkt liegende Mozartgrab ist daher mit großer Wahrscheinlichkeit leer.

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Secret Vienna bietet Stadtführungen zu verschiedenen Spezialthemen an und führt die Besucher zu den versteckten Juwelen der Stadt. Zertifizierte Fremdenführer bieten Thementouren an, die zu öffentlichen Terminen und als private Touren gebucht werden können. Die Touren werden auf Deutsch, Englisch und Hebräisch angeboten.

Die nächsten öffentlichen Führungen von Secret Vienna findet ihr hier.

 

 

 

Mit den Stadtführern von Secret Vienna.jpg

 

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5 Kommentare

  1. Ich wollte auch selbst immer schon mal nach Wien, aber bin irgendwie nie dazu gekommen. Mozart finde ich toll und so eine Führung wäre definitiv auch etwas für mich! 🙂

    Liebste Grüße,
    Carmen ❤

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  2. Hallo Anke,
    das liest sich wie eine interessante Stadtführung. Ich mag es, Städte unter einem ganz bestimmten Aspekt zu erkunden. Ist auf jeden Fall eine gute Idee für den nächsten Wienbesuch!
    Viele Grüße, Diana

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