Im Valle Sagrado – Der große Weg nach Machu Picchu

Heute muss ich doch mal wieder ein paar Jahre in meiner Reisehistorie zurückgehen. 2014 wartete eine besonders abenteuerliche Reise auf mich. Mit den Schwiegereltern (die damals noch nicht meine Schwiegereltern waren) ging es für 3 Wochen durch das Reich der Inkas.

Valle Sagrado

Das Heilige Tal liegt zwischen Pisac und Ollantaytambo. Da es nicht weit von Cusco (der Hauptstadt der Inka) liegt, begann unsere Tour dort. Der gebuchte Guide holte uns beim Hotel ab und wir fuhren wie so viele im kleinen weißen Bus. Man kann das heilige Tal auch zu Fuss durchqueren, dafür fehlte uns allerdings die Zeit.

Unsere Tour führte uns zunächst zu einer Alpaka-Farm, die oberhalb des Tals liegt. Hier kann man die wohl bekanntesten Einwohner Perus besuchen und füttern – auch Lamas, Vicunas und Guanacos kann man hier beobachten. Übrigens, ich habe dort viele Lamas gesehen und keins hat Ansätze von Spucken gezeigt.

Ruinenstadt Pisaq

Die zweite Station war die alte Inka-Stadt Pisaq, die den Eingang ins Heilige Tal bildet. Hier mussten wir dann auch das Bolletto Touristico lösen, das uns für 70 Soles Eintritt in 4 Stätten im heiligen Tal verschafft. Das ist für Peru relativ teuer, zumal es keine Einzeltickets gibt.

In Pisaq selbst gibt es die Ruinen, die hoch oben am Hang liegen und natürlich auch die charakteristischen Terrassen haben, auf denen die Inka ihr Getreide und sonstiges anbauten. Man kann hier die Ruinen der Häuser und des heiligen Bezirks anschauen. Leider hatten wir zu wenig Zeit, da die Gruppe weiter musste.

Lamas – und keins hat gespuckt (ich war enttäuscht)

In der Stadt unten gibt es einen (ganz fürchterlichen) Inka-Markt. Im Bus bekamen wir erstmal eine Einführung zum Thema „Wie ich richtiges Silber erkenne?“ – na super, wenn man schon gesagt bekommt, dass man da höchstwahrscheinlich be*** wird… Aber so war es dann auch. An zahlreichen Ständen wurden billige Souvenirs angeboten und die Inka-Frauen kamen wie die Motten zum Licht, in ihrer bunten Tracht mit halb verhungerten Lämmchen (offensichtlich früh von der Mutter getrennt) oder zum Teil auch mit Greifvögeln auf einen zu und wollten gegen Entgeld Fotos machen.

Zu Mittag waren wir dann in einem echten Touristen-Restaurant mit großem Buffet und ca. 20 weißen Bussen davor. Sowas braucht man dort, hat aber auch einigermaßen geschmeckt.

Sonnenuntergang in Ollantaytambo

Weiter ging es an das Ende des Tals nach Ollantaytambo. Hier war die letzte Bastion der Inkas, wieder die klassischen Ruinen mit Terrassen und ganz oben einem Tempelbezirk aus bearbeiteten Steinen, der allerdings aufgrund des Einfalls der Spanier nicht mehr fertiggestellt wurde. Ollantaytambo ist wirklich hübsch, die Architektur zumindest partiell an die Struktur der Inka angelehnt. Hier übernachteten wir auch im Hotel Samanapac – wir blieben 2 Nächte.

In Ollantaytambo selbst kann man hinaufwandern zu den Lagern der Inka, die auf der gegenüberliegenden Bergseite lagen. Am Nachmittag dann organisierten wir uns ein Taxi. Die einheimischen Taxifahrer machen gerne Touren mit Touristen hinauf zu den etwa 25 km entfernten Salinen von Maras und die Ruinen von Moray, zumindest Moray war ja bereits im von uns gekauften Ticket. Für 120 Soles wurden wir so für 5 Stunden begleitet – besonders die Salinen sollte man auf gar keinen Fall verpassen.

Moray
Salinen von Maras

Am nächsten Tag ging es dann weiter entlang des Urubamba. Ab Ollantaytambo allerdings geht es nicht mehr mit dem Auto weiter. Die Straße endet hier. Einzig zu Fuss oder mit dem Zug kommt man bis Aquas Calientes am Fuße der wohl berühmtesten Inka-Ruinen, hoch oben am Berg – ein Besuch, mit dem für mich ein Traum wahr wurde. Aber ich denke, es ist ganz gut, dass man den Leuten den Weg nach Machu Picchu nicht allzu einfach macht. Gäbe es eine Straße, würden sich die Busse in Aquas Calientes wohl stapeln.

Für das Heilige Tal der Inka sollte man sich entweder viel Zeit nehmen oder mit einer geleiteten Tour losfahren. Wir nahmen an letzterem Teil. Mich hat das zum Teil geärgert, den Kurs „Wie halte ich mir Inka-Frauen mit halbtoten Lämmern vom Hals?“ Hätte ich mir gerne erspart – der Ort Pisaq ist ein reines Touristennest und für mich ganz furchtbar – und für die Ruinen hatten wir dann leider etwas wenig Zeit…

Absolut empfehlenswert ist für mich der Besuch von Maras, den Salinen hoch oben in den Bergen. Die sind allerdings nur sehr schwierig erreichbar, man muss sich einen Taxifahrer organisieren, was allerdings am Markt von Ollantaytambo wunderbar funktioniert.

Das Tal ist wildromantisch mit den vielen Terrassenruinen und den zahlreichen Überbleibseln der Inka. Beinahe kam man sich als extremer Eindringling vor – ein Conquisdador im weißen Bus. Aber es ist offensichtlich, dass man den Tourismus hier braucht und es ist eben sicherlich der einfachste und sehenswerteste Weg nach Machu Picchu – und der Weg ist hier das Ziel. Kaum gilt das mehr wie hier…

 

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