#Staycation: Wandern in den Ötschergräben von Wienerbruck zum Erlaufstausee

Warum in die Ferne schweifen… Wir haben ja schon vor Corona festgestellt, dass man eigentlich gar nicht weit fahren muss, um wunderschöne Gegenden kennenzulernen. Gut 2 Stunden mit dem Auto und man erreicht Wienerbruck.

Ötschergräben

Der Ötscher gehört zu den markantesten Gipfeln des Mostviertels. Der 1893 m hohe Hauptgipfel überragt die nördlichen Kalkalpen und ist von weithin zu sehen. An seinem Fuße hat sich ein System zahlreicher Bäche tief in das Kalkgestein gegraben und bildet ein System aus tiefen Gräben, steil abfallenden Flusstälern und Wasserfällen, das eines der beliebtesten Wandergebiete Niederösterreichs zu bieten hat.

Naturparkzentrum Ötscherbasis in Wienerbruck

Das Naturparkzentrum Ötscherbasis war bei unserem Besuch nur eingeschränkt in Betrieb (Corona). Man bekommt hier Kleinigkeiten für die Wanderung, etwa Naturführer usw. um kleines Geld. Außerdem werden geführte Wanderungen angeboten und man kann hier den Eintritt in den Naturpark lösen – was ich persönlich auch sehr gerne tue, weil die Erhaltung der Wanderwege schon einigermaßen aufwändig sein dürfte.

Außerdem bekommt man hier auch gratis Prospekte, die nicht nur auf die Angebote des Naturparks hinweisen, sondern man bekommt auch eine kostenlose Wanderkarte mit empfohlenen Wanderrouten und Jausenstationen im gesamten Naturpark (Mitnahme sehr empfehlenswert!).

Naturparkzentrum am Stausee Wienerbruck

Wienerbruck – Lassingfall – Erlaufstausee

Wir starten unsere Wanderung direkt beim Naturparkhaus Ötscherbasis am Stausee Wienerbruck. Unmittelbar neben der Staumauer geht es entlang des Lassingbachs steil hinab bis zum Stierwaschboden. Es geht über enge Stege immer wieder über den Bach, in kleinen Bereichen wurde der Weg sogar durch den Fels gearbeitet. Immer wieder kommen rechts tiefe Wasserfälle, die dem Bach zufließen, darunter natürlich auch der Lassingfall. Kleinere Rastbänke laden zu einer Pause ein. Nach rund 45 min erreicht man schließlich den tiefsten Punkt der Wanderung – das Kraftwerk Wienerbruck.

Das Kraftwerk am Stierwaschboden wurde 1908-11 erbaut und diente zunächst rein zur Versorgung der neu entstandenen Mariazellerbahn. Im gefühlten Nirgendwo werden in Engpässen mit den 4 Turbinen bis zu 7,8 Megawatt Strom aus Wasserkraft produziert. Das Kraftwerk steht bei freiem Eintritt zur Besichtigung offen. Auf der Gallerie gibt es eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Kraftwerks, die Maschinen sind selbstverständlich heute noch in Betrieb. Gespeist wird es von zwei Seiten, einmal vom Lassingbach und auf der anderen Seite von der Erlauf.

Wasserkraftwerk am Ufer der Erlauf

Und so geht es von hier auch wieder bergauf – entlang der Erlauf, größtenteils auf hölzernen Stegen, begleitet vom smaragdfarbenen Fluss. So erreicht man die kleine Jausenstation Ötscherhias, die Getränke und kleinere Gerichte anbietet.

Hier verlassen wir den Flusslauf der Erlauf und steigen steil hinauf zum Erlaufstausee, vorbei an einer wieder errichteten alten hölzernen Mühle. Ab hier wird es flach, der Weg teilt sich am Stausee.

Man hat einmal die Möglichkeit, schneller zur Erlaufklause zu kommen und dort in die Bahn einzusteigen. Wir entschieden uns für den etwa 30 min längeren Weg bis zum Ende des Stausees nach Mitterbach. Dort kann man dann schließlich noch mit Ötscherblick einen Kaffee genießen, um von dort schließlich mit der Bahn wieder zurück zum Ausgangspunkt zu fahren.

Anforderungen

Die Wanderung hat rund 11,5 km und überwindet etwas mehr als 400 Höhenmeter. Sie verläuft beinahe ausschließlich auf Wanderwegen und Holzstegen.

Ein bisschen trittfest sollte man schon sein, aber der Wanderweg zwischen Wienerbruck und Mitterbach ist super ausgebaut. Kinderwagen geeignet ist er aber definitiv nicht.

Ansonsten ist die Wanderung auch für Anfänger gut machbar – zumindest wenn es nicht regnet (dann kann es sicher rutschig werden). An heißen Tagen sollte an ausreichend Wasser denken, da je nach Sonnenstand kaum Schatten zur Verfügung steht. Eine Jausenstation zwischendurch findet man beim Ötscherhias.

Eintritt und Erreichbarkeit

Der Eintritt für den Naturpark kostet für Erwachsene 4€ – für Kinder (6-14 Jahre) 2€ und ist am Naturparkhaus Wienerbruck zu lösen. Das Kombiticket mit der Mariazeller Bahn (im Naturparkbereich) kostet 6€ für Erwachsene, 3€ für Kids.

Man erreicht sowohl den Startpunkt Wienerbruck als auch den Endpunkt Mitterbach problemlos mit der Mariazeller Bahn ab Sankt Pölten. Von Mitterbach kann man dann mit der Bahn auch zurück zum Ausgangspunkt fahren. Das Ticket kann man gleich als Kombiticket mit dem Eintritt in den Naturpark lösen.

In Wienerbruck steht ein großer Parkplatz zur Verfügung – Parkgebühr 5€/Tag (Achtung, der Automat nimmt nur Münzgeld).

Ein Kommentar

  1. Mir gefällt die Wanderung am Stausee Wienerbruck auch sehr gut. Ich finde sogar, dass Corona die Chance bietet, mal wieder die tollen Landschaften und Orte vor der eigenen Haustür zu entdecken. Alles eine Frage der Perspektive!

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