Berat – Stadt der 1000 Fenster

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Wer Berat auf der Karte sucht, wird es nicht in einer spektakulären Meerlage finden. Berat liegt eher unscheinbar im Hinterland Albaniens – in der Ebene des Osum-Flusses, der genau um den alten Teil der Stadt eine Biegung macht.

Kommt man dann aber nach Berat, ist es eine der außergewöhnlichsten Fleckchen Erde, die ich bisher gesehen habe. Und das soll was heißen, ich war schon in Petra, Machu Picchu und habe auch schon die Pyramiden von Gizeh gesehen.

Berat

Das historisch bedeutsame Berat teilt sich auf die drei Altstadtteile MangalemGorica und Kalaja auf. Hier stehen die typischen weißen Häuser mit ihren länglichen, talseits gewandten, großen Fenstern, die Berat ihren Spitznamen geben Die Stadt der Tausend Fenster.

Der Stadtteil Mangalem unterhalb der Burg

Mangalem und Gorica sind kompakte Viertel rechts und links des Osum mit ihren typischen schmalen und gepflegten Gässchen, werden durch zwei Brücken verbunden. Viele der Gebäude verfügen hier über kleine Dachterrassen mit einem grandiosen Ausblick.

Eins ist dem gesamten Areal gemeinsam. Die Häuser stammen allesamt aus osmanischer Zeit. Sie entstanden größtenteils unmittelbar nach dem großen Erdbeben von 1851 – was sie als Gesamtemsemble osmanischer Architektur einzigartig macht.

Mangalem bei Nacht
In den Gässchen von Mangalem

Das größte Glück ist es, dass schon der kommunistische Diktator Albaniens – Enver Hoxha – Berat schon 1961 zu einer Museumsstadt machte und Neubauten zwischen den typischen weißen Häusern mit den länglichen Fenstern völlig verbot. So blieb das historische Gesamtemsemble erhalten, störende Hotelklötze o.ä. blieben den Vorstädten vorbehalten. Seit 2008 ist dieses Emsemble auch durch das Prädikat UNESCO Weltkulturerbe geschützt.

Oberhalb von Mangalem, etwa 20 min Fußmarsch entfernt, liegt das Burgviertel von Berat. Das Viertel liegt hoch oben am Berg und ist architektonisch ähnlich wie die Unterstadt aus engen Gassen und weißen Häusern aufgebaut, die hier zum Teil etwas größer wirken als unten in der Stadt – vermutlich weil es den hohen Beamten vorbehalten war, im geschützteren Burgviertel zu leben.

Kapelle in der Burg von Berat – Die Kirche der Dreifaltigkeit

Die Burg an sich besteht heute nur noch aus Mauerresten und Ruinen – auffallend ist vor allem der noch bestehende Minarett-Turm der Roten Moschee sowie die erhaltene kleine Kirche der Dreifaltigkeit. Außerdem findet man in den Ruinen auch eine intakte Zisterne aus römischen Zeiten, die bis ins 19. Jahrhundert hinein in Benutzung war.

Reste der Roten Moschee
Überreste der Burg von Berat

Im Burgviertel findet man auch ein Museum, das dem berühmtesten Sohn Berats gewidmet ist. Das Onufri-Museum zeigt Ikonen von Onufri, einem der größten Ikonenmaler und Geistlichen Albaniens aus dem 16. Jahrhundert.

Außerdem findet man viele kleine Werkstätten, in denen Künstler nicht nur ihre Werke (häufig Schnitzkunst) zeigen, man kann ihnen dabei auch auf die Finger schauen.

Von der Burgmauer aus hat ma zudem einen grandiosen Blick über die ganze Stadt.

Schlafen in Berat

Ich kann euch auf alle Fälle Mikels Guesthouse in Mangalem empfehlen. Zwar muss man das Gepäck einige Treppen hinaufschleppen, um vom Auto dorthin zu kommen. Dafür wird man gleich mit einem riesigen Teller Obst und Wasser auf der kleinen Dachterrasse von der Besitzerin empfangen. Dazu kommt ein geniales Frühstück. Die Kommunikation ist witzig – Mikkel und seine Frau schreiben per Whatsapp an ihren Sohn, der die englische Übersetzung dann an uns schickte und umgekehrt. Hat super funktioniert, das muss ich mich so merken. Schon im Vorfeld kamen detailierte Informationen über Whatsapp – wo wir z.B. das Auto abstellen dürfen und wie wir genau den Weg finden. Mehr Gastfreundschaft geht kaum.

Eingang zum Guesthouse Mikel in Mangalem
Willkommen in Berat

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Fazit

Wir waren etwas mehr als einen Tag in Berat – viel zu wenig Zeit, wenn ihr mich fragt. Heutzutage gibt es nicht mehr allzu viele Orte, die in ihrer Architektur als einheitliche Gesamtheit erhalten geblieben sind. Und so sind wir aus dem Auto ausgestiegen und aus dem Staunen kaum mehr herausgekommen. Für Gorica zum Beispiel hatten wir kaum mehr Zeit als bei einem Bier am Osum zu sitzen und die Fassaden von Mangalem zu bewundern. Auch die kleine, abgelegene Kreuzfahrerkapelle haben wir zeitlich nicht mehr geschafft.

Die Gäßchen und die mehr als 150 Jahre alten ottomanischen Häuschen von Mangalem sind einfach zauberhaft, nur vor das Hotel kann man nicht fahren – auch wenn google maps einem etwas anderes erzählt.

Das Burgviertel mit seinem Blick in die Ebene und die umliegenden Gebirgszüge ist einfach gigantisch und die kleinen Entdeckungsstreifzüge durch die traumhaften Gässchen sind einfach großartig und wir wären wirklich gerne noch ein paar Tage länger geblieben.

Die Burg von Berat

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