Der Königsweg in Krakau – Quer durch die Altstadt, quer durch die Geschichte

Mehr als 500 Jahre war die Wawel-Burg in Krakau Sitz der polnischen Könige.

Der Königsweg gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Touristenrouten der Stadt – vor Jahrhunderten zogen auf diesem Wege die Könige und wichtige Staatsgäste in die Wawel. Er beginnt mit dem Florianstor und führt in direkter Linie vorbei am Rynek und der Marienkirche bis zur Burg am Ufer der Weichsel.

Der Königsweg

Florianstor und Florianska Straße

Der Weg der Könige beginnt am mittelalterlichen Stadttor. Das Florianstor ist eines der wenigen Überbleibsel der alten Stadtbefestigung, die in der Geschichte sonst irgendwann einem breiten Grüngürtel Platz gemacht hat. Das Florianstor stammt aus dem 14. Jahrhundert und ragt mit seinem 35 m hohen Turm am Ende der Florianska Straße in die Höhe. Auf der innenstädtischen Seite stellen einige Künstler in einer Freiluftgalerie ihre Kunstwerke zum Verkauf, darunter Stadtansichten, aber auch einige Kopien alter Meisterwerke.

Von dort geht es in gerader Linie die wohl schönste Straße der Altstadt entlang. Die Florianska Straße ist etwas breiter als alle anderen Straßen der Altstadt – rechts und links findet man hauptsächlich Cafés und Restaurants, sowie einige wenige Geschäfte. Von hier aus ist der Blick schon auf den Rynek gerichtet. Denn obwohl die Altstadt an sich wie auf dem Reißbrett entstanden zu sein scheint, liegt die Marienkirche etwas außerhalb des normalen Schemas und gerät direkt ins Blickfeld.

Galerie am Florianstor
Auf dem Königsweg

Rynek Główny

Den Rynek habe ich euch ja an anderer Stelle schonmal vorgestellt.

Der Rynek bildet das Zentrum der Altstadt und ist der größte Marktplatz Europas, mit seiner Tuchhalle im Zentrum bildet den Mittelpunkt der Altstadt.

Rynek Główny
Rynek Główny

Wawel

Wien hatte Schönbrunn – München hatte Nymphenburg – Prag hatte die Burg. Kaiserliche und königliche Residenzen boten den Königen immer die Möglichkeit, ihren Reichtum und damit auch ihre Macht zu präsentieren.

Die Wawelburg war immerhin 5 Jahrhunderte Sitz der polnischen Könige und das sieht man auch an den zahlreichen ganz unterschiedlichen Baustilen, die in der riesigen Anlage verwendet wurden. Sie befindet sich außerhalb der Altstadt auf einer Kalksteinformation 25 m oberhalb des Weichselufers, der Wawelhügel war schon aufgrund seiner Lage quasi prädestiniert für den Bau einer Burganlage.

Die Wawel war auch die Hofkirche und die Grablege der königlichen Familie, die in der Wawel-Kathedrale bis heute Pilgerstätte ist. Mit ihrem Bau wurde 1305 begonnen, nachdem zwei Vorgängerkirchen Bränden zum Opfer gefallen waren. Die Kirche wurde nach 40 Jahren Bauzeit geweiht und über die Jahrhunderte ständig erweitert und umgebaut, was ihr rein äußerlich ein scheinbar verwirrendes Geflecht unterschiedlichster Baustile verleiht. Innen wurde alles barockisiert. Im Fokus steht das Mausoleum von Bischof Stanislaus von Krakau, dem polnischen Nationalpatrons und heiligen Märtyrers. Neben der Grablege wurden in der Wawelkathedrale auch die Könige unter den strengen Augen ihrer Vorfahren gekrönt. Zudem ist sie Bischofsitz – der wohl bekannteste Bischof ist Karol Wojtyła, besser bekannt unter dem Namen Johannes Paul II., der in der Krypta auch 1946 seine Primiz feierte.

Unmittelbar neben der Kathedrale liegt der Palast mit seinem mehrstöckigen Arkadenhof. Dieser entstammt allerdings größtenteils einer Rekonstruktion zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Damals entstand der Plan, den Wawel zu einer polnischen Akropolis zu machen, der allerdings mit der Unabhängigkeit Polens und dem damit verbundenen Umzug der Hauptstadt nach Warschau nicht vollständig umgesetzt wurde.

Insgesamt gibt es im Schloss 71 Repräsentationssäle, Königsgemächer, eine große Waffenkammer sowie Raum für verschiedene Dauer- und Sonderausstellungen.

Ein echtes Highlight habe ich leider aufgrund des riesigen Andrangs verpasst. In einer Grotte am Rande des Hügels lebt nämlich der Legende nach ein echter Drache. Heute ist es nur eine wirklich feuerspeiende Drachenstatue. Der Legende nach, der Smok Wawelski, soll ein böser Drache die Menschen von Krakau bedroht haben. Er verschlang das Vieh und bevorzugt die jungen Mädchen der Stadt. Viele Ritter sind schon gescheitert, als der Schustersgeselle Dratewka sich für die Aufgabe meldete. Er füllte ein Lamm mit Schwefel und lockte den Drachen an. Der fraß es und bekam so viel Durst, dass sein Bauch sich mit dem Wasser der Weichsel füllte und platzte und das Tier starb unterhalb des Wawelhügels. Dratewka durfte daraufhin die Königstochter heiraten und lebte mit ihr glücklich bis an sein Ende.

Wawel als Gesamtemsemble
Der Weg hinauf auf den Hügel
Massive Burgmauern
Burghof
Wawel Kathedrale
Wawel Kathedrale
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