Ein Wochenende in und um Hluboká nad Vltavou

*Einladung/Instatrip – unbezahlte Werbung

In Zeiten des Klimawandels ist es an der Zeit, auch mal in der etwas näheren Umgebung Urlaub zu machen und auf Flugreisen weitestgehend zu verzichten. Und da kam mir die Anfrage vom Südböhmen-Tourismus und des Czech Tourism in Wien wie gerufen, die in Österreich nur wenig bekannten Schönheiten am Oberlauf der Moldau zu erkunden.

Dabei ist man von Wien aus schnell in dem kleinen Ort, dessen Bild vom romantischen Schloss Frauenberg geprägt wird. Die Zugreise von Wien aus dauert rund 4 h, entweder über Linz oder mit der Franz-Josef-Bahn über České Velenice. Das Auto kann man also getrost zu Hause lassen und ganz entspannt anreisen.

Hluboká nad Vltavou – Moldau, Schloss und Schleuse

Schloss Hluboká – Romantik at its Best

Hoch über dem Örtchen Hluboká, beinahe von überall zu sehen, liegt das Schloss Hluboká (Frauenberg). Das Schloss entstand wohl schon im frühen 13. Jahrhundert auf dem Hügel oberhalb der Moldau. 1661 kam es in den Besitz der legendären Familie Schwarzenberg, die als Feldherren Berühmtheit erlangten und die auch in Wien am nach ihnen benannten Schwarzenbergplatz Spuren hinterlassen haben.

So war es auch Franz Adam Fürst zu Schwarzenberg, der den ersten großen Umbau veranlasste. Die Frügotische Burg wurde im frühen 18. Jahrhundert im Stile des Barock umgebaut. Johann Wolfgang II. Fürst zu Schwarzenberg war es schließlich, der Ende des 19. Jahrhunderts – inspiriert von einer Englandreise – viele Gebäude des alten Schlosses abtragen und die Anlage im romantischen Tudorstil umgestalten ließ, der bis heute erhalten geblieben ist und dem Besucher das Gefühl gibt, ein bisschen in den Kulissen eines Disney-Films zu wandeln.

1947 wurde der Besitz der Fürsten in Hluboká beschlagnahmt und verstaatlicht. Es ist bis heute im Besitz der Tschechischen Republik, da der einzig berechtigte Erbe – der ehemalige Tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg, der aus einer Nebenlinie der Familie stammt – den Besitz nach 1989 nicht zurückgefordert hat.

Die Führung durch die Innenräume des Schlosses lohnt sich sehr, da viel der originalen Ausstattung erhalten geblieben ist, darunter Kronleuchter aus Muranoglas, edle Holzverkleidungen sowie berühmte Möbelstücke wie das Hamilton-Kabinett oder eines aus dem Besitz von Artur Schnitzler.

Tipp: Früh morgens und spät abends hat man den Schlosspark oberen für sich alleine. Zu Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergang ist das Licht einfach gigantisch. Der romantische Park ist außerdem bestens für ein Picknick geeignet.

Disney oder Schwarzenberg?
Morgens – fast alleine im Park
Here comes the sund
Schlosshof
Wedding in Preparation
Schloss Frauenberg im Morgenlicht
Morgenpicknick mit regionalen Produkten von lokalen Herstellern

Hluboká Brauerei

Dass die Braukunst in Tschechien einen ebenso hohen, wenn nicht sogar einen höheren Stellenwert hat als in Deutschland oder Österreich, dürfte wohl jedem bekannt sein. Die Zahl der Brauereien steigt in den letzten Jahren auch wieder besonder stark an.

In Südböhmen ist sicher die Brauerei Budweiser überregional bekannt, aber es gibt auch die vielen kleineren Brauereien und Mikrobrauereien, die man entlang eines Südböhmischen Beer Trails erkunden kann.

Ich habe eine kleine Brauerei im Zentrum von Hluboká besucht. In Hluboká wird schon seit dem 15. Jahrhundert Bier gebraut. Die heutige Brauerei wurde am 6. Januar 2017 im Herzen der kleinen Stadt eröffnet. Passend zum Eröffnungsdatum haben die Biere auch klangvolle Namen (Kaspar, Melchior und Baltasar). Die Brauerei entstand auf historischem Grund. Das Haus wurde 1898 von Herzog Adolf Josef von Schwarzenberg als Tanzsaal für seine Offiziere errichtet. 2016 wurde der Saal von den Restauratoren des Schlosses renoviert, so dass in der Brauhalle zahlreiche Fresken sowie eine kleine Bühne erhalten geblieben sind.

Zur Brauerei gehört auch das kleine Lokal Solidní Šance mit regionalen Speisen, zu denen man gleich eins (oder mehrere) der großartigen Biere testen kann. Der gemütliche Gastgarten lädt geradezu ein, lange sitzenzubleiben.

Tipp: Touren werden in Tschechisch und Englisch ab 10 Personen (maximum 20) angeboten. Dazu ist eine Anmeldung erforderlich).

Kontakt:  pivovarhluboka@seznam.cz

Kleiner Schankraum
Brausaal
Light
Semidark
Mittagessen im gemütlichen Gastgarten von Solidní Šance

Tyn nad Vltavou

Seinen frühen Reichtum hat die kleine Stadt Tyn nad Vltavou einer Furt zu verdanken, an der die Menschen die Moldau überqueren konnten. Nachdem das Prager Bistum hier einen befestigten Hof und eine Siedlung errichten ließ, entstand hier ein überregional bekanntes Handelszentrum, das auch von den Moldauflößern profitierte. Es entstand auch eine Burg, von der heute allerdings nur noch wenig überliefert ist. 1609 erhob Kaiser Rudolf II. Tyn sogar zur Königsstadt.

Bekannt ist der Ort auch aufgrund seiner großen Sammlung von Moldaviten, natürliche, grünliche Gläser, die bei einem Meteoriteneinschlag vor 15 Mio. Jahren entstanden und sowohl in Böhmen als auch in Mähren zu finden sind. Die Sammlung kann man im dortigen städtischen Museum genauso bewundern wie die Marionetten von Matěj Kopecký, einem der bekanntesten Tschechischen Marionettenspieler, der in Tyn seine letzte Ruhestätte fand.

Ein ganz großes Abenteuer wartet unterhalb von Tyn nad Vltavou. Eingekleidet mit Regenjacke, Helm und Gummistiefeln geht es in die labyrinthartigen Gänge, die vom erzbischöflichen Schloss (in dem sich das Stadtmuseum befindet) bis unter den Marktplatz führen. Man kommt dabei vorbei an alten Bürgerkellern und durch die beiden Brunnen am Platz. Man muss allerdings dringend beachten, dass die Gänge wirklich eng und niedrig sind – also definitiv NICHTS für Menschen mit Klaustrophobie.

Heute ist Tyn hauptsächlich für das Kernkraftwerk Temelin bekannt, das im Ortsgebiet der Gemeinde liegt.

Marionettensammlung
Moldavit
Im Brunnen von Tyn nad Vltavou
Alte Laterne
Blick auf die Vororte von Tyn mit Temelin im Hintergrund

Schloss Mitrovicz

Schloss Mitrovicz wurde nach der Hochwasserkatastrophe 2002 zu neuem Leben erweckt. Die Gebäude waren massiv beschädigt und auch der Park war arg verwildert, als Michal Bedrich die Restaurierung der Anlage übernahm. Es steckt viel Herzblut in der Anlage, und das spürt man in jedem Grashalm. 7000 Tonnen Bauschutt und Erde wurden bewegt, der Park und das Bauwerk mussten aufwendig entwässert werden. Die Anlage stand quasi wie Phönix aus der Asche auf und erstrahlt heute in neuem Glanz.

Das Schloss kann für Hochzeiten und Veranstaltungen gemietet werden und bietet Unterkunftsmöglichkeiten für 46 Gäste, die mit Liebe zum Detail und mit Rücksicht auf die historischen Mauern hergerichtet wurden. Zu den Veranstaltungsräumen gehört auch der Prunksaal im ersten Obergeschoss, in dem alte Fresken vo Graf Wratislaw von Mitrovicz restauriert wurden.

Im romantischen Park gibt es einen Schwimmteich, einen Kräutergarten und schattige Plätze für Feierlichkeiten im wunderschön gepflegten Garten.

Tipp: Ab Tyn nad Vltavou verkehren regelmäßig Boote nach Mitrovicz, so kann man den Besuch im Schloss mit einer gemütlichen Flussfahrt verbinden. Zurück kann man dann entlang des rot markierten Wanderweges durch die wunderbaren Wälder zwischen Moldau und Lužnice zurück nach Tyn nad Vltavou wandeln.

Bootsfahrt auf dem Luznice Fluss
Schloss Mitrovicz
In den historischen Räumen kann man heute luxuriös schlafen
Festsaal

Radfahren an der Moldau

Rund um Hluboká gibt es ein ausgeprägtes Netz an Fahrradwegen. Besonders entspannt fährt es sich am Ufer der Moldau. Der Moldauradweg führt von der Quelle – dem Zusammenfluss der warmen und der kalten Moldau – bis zur Mündung an der Elbe.

Zwischen den Städten Tyn und Hluboká ist es dabei besonders ruhig. Der Weg führt durch die Wälder oberhalb des Flusses und bietet etwa mit der Karlsburg oder der Burg in Hluboká besondere kulturelle Highlights. Von dort kann man dann weiterfahren und Highlights wie Budweis oder die UNESCO-Weltkulturerbe Stadt Cesky Krumlov erleben.

Tipp: Eine perfekte App für Wanderer und Radfahrer ist mapy.cz, die neben der Orientierung, die auch google maps bietet, vor allem Rad- und Wanderwege in Tschechien zeigt (mit der farblichen Kennzeichnung). Die Karten sind zudem auch offline zugänglich und verbraucht meiner Erfahrung nach auch bei weitem weniger Akkukapazität.

Links zu den jeweiligen Downloads findet ihr hier:

Android Apple

Fahrräder und E-Bikes kann man an vielen Punkten günstig mieten.

Aktiv auf der Moldau

Ich muss zugeben – ich bin alles andere als eine Wasserratte. Der wunderschöne und natürliche Flusslauf der oberen Moldau lädt aber gerade zum paddeln, paddleboarding und mit vielen kleinen Badestellen geradezu zum Wassersport ein. Und ich muss sagen, dass selbst ich kurz davor war, auf ein SUP zu steigen (wenn ich vorher mal im Planschbecken üben darf, mache ich das vielleicht sogar beim nächsten Besuch in Hluboká).

Es ist auch möglich, diverse Boote zu mieten, viele davon auch ohne Sportbootführerschein. So liegen im Hafen von Hluboká auch einige Hausboote, mit denen man – ähnlich wie in Holland – nach einer kleinen Einweisung selbständig auf der Moldau fahren kann.

Im Bereich zwischen Purkarec und dem großen Staudamm ist übrigens sogar ein Bereich für Wasserski abgesperrt.

Angeln bei Purkarec
Begegnungen
Einsamer Paddleboarder auf der Moldau

Was hat Hluboká sonst noch zu bieten?

Neben dem berühmten Schloss und dem Wasser- und Radsport bietet Hluboká noch mehr Anziehungspunkte. So gibt es ein großes Schwimmbad, einen klassischen 18-Loch-Golfplatz und einen Adrenalin-Hochseilgarten.

Neben den sportlichen Aktivitäten gibt es in Hluboká auch einen zoologischen Garten mit Bären, Ottern, Schildkröten und sogar mit Tigern.

Blick aus meinem Hotelzimmerfenster am frühen Morgen – unter der Bodennebel-Decke befindet sich der Golfplatz

Übernachtung

In Hluboká gibt es zahlreiche Hotels für alle Bedürfnisse – vom Familienappartment bis hin zum Luxus-Wellness.

Ich selbst habe im Hotel Podhrad im Zentrum der kleinen Stadt übernachtet. Das Hotel besteht aus zwei Gebäuden und hat insgesamt 70 Zimmer, 4 Suiten und 1 barrierefreies Zimmer – eine Gesamtkapazität von 167 Betten. Neben dem Restaurant und dem Wellnessbereich mit Whirlpool und kleiner Sauna bietet das Hotel ein großartiges Frühstück und einen optimalen Ausgangspunkt für die zahlreichen Ausflüge. Sowohl der kleine Hafen von Hluboká als auch das Schloss sind keine 10 min Fußweg entfernt.

Hotel Podhrad auf booking.com buchen. (Affiliate Link)

Dreibettzimmer
Familienzimmer
Hof
Hotel Podhrad

Links:

Danke an die Partner für meine kleine Bloggerreise.

Regionale Tourismusseiten:

Südböhmen-Tourismus

Region Südböhmen-Moldau

Hluboká nad Vltavou

Týn nad Vltavou

Hotel:

Hotel Podhrad

Zamek Mitrovicz

Restaurants:

Solidní Šance

Für weitere Infos, sowie kostenlose Broschüren und Stadtpläne könnt ihr gerne die Tschechische Zentrale für Tourismus in Wien kontaktieren:

Tschechische Zentrale für Tourismus – CzechTourism

Penzingerstraße 11-13, A-1140 Wien

Tel.: +43/1/89 202 99

wien@czechtourism.com

www.czechtourism.com

Wenn ihr sonst noch Fragen habt, wendet euch gerne an mich!

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