Like a Hobo – unterwegs auf Amerikas Güterzügen

Fredy Gareis ist ein ganz besonderer Reiseautor – er macht nicht die klassischen Reisen, die etwa ein durchschnittlicher Reiseblogger so macht – sprich Bali oder Island. Fredy Gareis ist mutiger. So machte er sich schon auf eine große Radtour – die führte ihn von Tel Aviv bis nach Berlin. Für sein letztes Buchprojekt reiste er quer durch Russland auf der Suche nach seinen Wurzeln. Und für sein gegenwärtiges Projekt reiste er quer durch die USA – aber nicht, wie es der Durchschnittsamerikaner so tut mit dem Flugzeug oder entlang der Route 66 mit der Harley. Fredy Gareis schloss sich einer Gruppe Hobos an.

König der Hobos

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Daten

Autor: Fredy Gareis

Verlag: Malik

ISBN: 3890294820

Preis: 16€

Broschiert, 256 Seiten

Inhalt

Für sein neuestes Buchprojekt riskiert Fredy Gareis einiges. Er reist 3 1/2 Monate lang mit einer Gruppe Hobos quer durch’s Land.

Hobos gehören einer Subkultur an, die schon mit der Entstehung der transkontinentalen Eisenbahn in den USA. Damals begannen die Arbeiter auf der Suche etwa nach Erntejobs, heimlich mit den Güterwaggons mit durch das Land zu reisen. Heute sind es im Wesentlichen Leute, die der amerikanischen Kultur abgeschworen haben und die Freiheit auf den Gleisen genießen.

Es braucht einiges an Zeit und Überredungskunst, bis Gareis tatsächlich eine Gruppe findet, der er sich anschließen kann. Denn das heimliche Reisen auf den bis zu 2 km langen Güterzügen ist illegal und strafbar. Und so lernt Fredy eine gewisse Schattenwelt kennen, die sich hinter den oberflächlichen Neonkulissen der USA verbirgt und lernt auch kennen, was es bedeutet, von den Güterzügen und den Hobo-Infrastrukturen abhängig zu sein. Er lernt den Ehrenkodex der Hobos kennen, die eigenen Lieder und Tänze, die schon seit den Anfangszeiten der Hobos bestehen und gleich zu Anfang wohnt er sogar der Krönung des Königs der Hobos bei.

Und mit der Zeit erzählen ihm die Hobos jeden Alters ihre Geschichten.

Fazit

Was für eine spannende und ungewöhnliche Reise, die ich mich niemals trauen würde. Doch ich würde kaum jemand anderem zutrauen würde – vor allem, nach dem ich die beiden ersten Bücher von Fredy Gareis kenne.

Besonders spannend finde ich nicht einmal die Reise an sich. Ich finde viel mehr die Thematik sehr spannend. Ich hatte vorher zwar schon einmal am Rande von den Hobos gehört, sie aber viel mehr unter dem Thema „Penner“ oder „Obdachlose“ abgelegt. Doch Hobos sind viel mehr. Hobo sein ist viel mehr eine Lebenseinstellung, ein Gefühl von Freiheit und dem Abwenden von allem Materialismus.

Zudem blickt man beim Lesen ein bisschen hinter die Kulissen der Amerikanischen Gesellschaft blickt. Denn die Hobos haben sich eben von dieser Gesellschaft abgewandt haben. Sie leben im Verborgenen auf den Roadtrains und um die Güterbahnhöfe herum – immer in der Gefahr, runterzufallen und getötet zu werden – was durchaus häufiger passiert – in den Hochzeiten der Hobos waren das bis zu 23000 Tote im Jahr.

Ich bin begeistert von der Art, wie sich Fredy Gareis den Hobos nähert, vorsichtig ihr Vertrauen gewinnt und die Lebenseinstellung der Hobos lebt und auch an den Leser transportiert. Von mir gibt es klare 5 Sterne.

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