Wandern im Roten Moor

Seit ich in eine Rhöner Familie eingeheiratet habe, ist die Region für mich zu einer Art zweiten Heimat geworden. Schon seit beinahe 10 Jahren komme ich regelmäßig her und ganz besonders habe ich mich in die Natur im UNESCO Biosphärenreservat verliebt. Auch am Osterwochenende haben wir wieder die Gelegenheit für eine kleine Wandertour genutzt. Diesmal ging es ins unweit von Gersfeld und von der Wasserkuppe gelegene Rote Moor.

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Wanderwege im Roten Moor

Rotes Moor

Lage

Das Rote Moor liegt etwa 12 km außerhalb von Gersfeld. Grob erstreckt sich das Gebiet zwischen den Gipfeln des Heidelstein und der Wasserkuppe, größtenteils auf einer Höhe über 800 m. Das Auto kann man auf den Wanderparkplätzen entlang der Bundesstraße 278 abstellen. Der größte Parkplatz ist beim NABU Naturschutzhaus am Roten Moor (Parkgebühren 2€/Tag). Hier findet sich neben einem großen Infopavillon über die Natur rund um das Naturparkzentrum auch der Einstieg zu den vielen Wanderwegen sowie im Winter zu den Loipen am Roten Moor.

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Auf dem Weg ins Naturschutzgebiet – Sturmschäden von Kyrill 2007

Ausdehnung und Beschreibung

Das Rote Moor ist nach dem Schwarzen Moor das größte Hochmoor in der Rhön. Mit einer Größe von 50 ha gehört es zum europaweiten Schutzgebiet Natura 2000. Das eigentliche Naturschutzgebiet rund um das Moor ist rund 300 ha groß – das Moor selbst liegt im südlichen Teil des Reservats.

Bis ins Jahr 1984 wurde im Roten Moor Torf abgebaut, was die Natur vor allem im Zentrum massiv störte. Noch heute kann man die Spuren vor allem rund um den Aussichtsturm am Natursteig trotz der 1979 gestarteten Renaturierungsmaßnahmen deutlich erkennen.

Nach mehr als 175 Jahren Torfabbau war die Kernzone des Moors nur noch wenige Hektar groß und aufgrund der Torfstichkante und alter Entwässerungsgräben stark geschädigt und eingesunken. Heute ist der Wald wieder in einem guten Erhaltungszustand.

 

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Bodengewächse

Wandermöglichkeiten

Vom Naturparkhaus gehen zahlreiche Wandermöglichkeiten aus – von der kleinen, rund 4 km umfassenden Runde bis hin zur rund 30 km umfassenden Runde zu den Gipfeln des Heidelstein und der Wasserkuppe.

Ein besonderes Highlight ist der etwa 2 km lange Bohlensteg, der einmal quer durch die Kernzone des Moors führt. Entlang des Stegs findet man zahlreiche Infotafeln, die über die Natur und die Geschichte des Torfabbaus und des Moors informieren. Am Ende findet man einen kleinen Aussichtsturm, von dem aus man einen tollen Überblick über die Torfabbaufläche bis hinüber zum Heidelstein bekommt. Der Weg führt zudem an einem kleinen See vorbei, der als Renaturierungs- und Bewässerungsmaßnahme zur Rettung des Moores aufgestaut wurde um dieses wieder mit ausreichend Wasser zu versorgen. Die Rundtour vom Parkplatz aus ist rund 4 km lang und sogar rollstuhlgerecht ausgebaut.

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Der Lehrpfad ist zudem Teil des Weitwanderwegs „Hochrhöner“. Er ist als „Extratour Rotes Moor“ auch als Rundwanderweg begehbar. Die Tour führt vom Roten Moor durch die Kaskadenschlucht über den Heidelstein bis nach Wüstensachsen. Die gut ausgeschilderte Tour ist 18,7 km lang und dauert etwa 5 1/2 Stunden (Aufstieg etwa 400 Höhenmeter).

Zahlreiche weitere Runden führen etwa bis zum Gipfel der etwa 7 km entfernten Wasserkuppe.

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