Die ganze Stadt ist eine Bühne – „Das Abschiedslied der Theresia K.“ mit dem Theater Fink

Wien ist etwas Besonderes. Ganz besonders, wenn es um die Bühnenkultur geht, haben wir einiges zu bieten – Altehrwürdiges wie das Burgtheater, moderne Klassiker im Theater in der Josefstadt oder Operette im Theater an der Wien. Etwas haben die großen Bühnen Wiens alle gemeinsam – sie sind in klassischen, teils finsteren Theatersälen. Das Theater Fink holt mit ihren Vienna Streetpuppets die Bühne in die Straßen des Ersten Bezirks – und erzählen dabei die wahre Geschichte von Wiens erster verurteilter Mörderin – Theresia Kandl.

Triff Theresia K. – Wiens erste Mörderin

Das Abschiedslied der zum Tode verurteilten Theresia K.

Wir schreiben das Jahr 1809, als die 23 Jährige Theresia Kandl als erste überführte Mörderin auf der Schranne am Hohen Markt (wo wir mit unserem Stück beginnen, zu Tode verurteilt wird und damit in die Wiener Stadtgeschichte eingeht. 40 000 Menschen sollen zu ihrer Hinrichtung an der Spinnerin am Kreuz (heute an der Triester Straße in Favoriten) gekommen sein.

Überführt und zu Tode verurteilt

Doch was war passiert? Theresia war in Atzgersdorf geboren und war wohl das, was wir heute als fesch bezeichnen. Doch mit den Männern hatte sie wenig Glück. Der Erste war der Fleischerssohn Pellmann. Der aber war kein Heiratskandidat, weil der Vater fast pleite war. Damit war es für die Richterstochter keine gute Partie. Schwanger war sie trotzdem. Tochter Elisabeth landete auf Drängen des Vaters im Waisenhaus und wurde kaum einen Monat alt.

Von der Mutter zu Tugend erzogen – und doch…
Vom Fleischerssohn Pellmann verführt

Der zweite, der Greisler Kandl, war finanziell eine gute Partie und konnte für sie sorgen. Doch wirklich besser erging es ihr nicht. Aufgrund der vielen Schläge und der Trunksucht ihres Gatten schmiedete sie einen verhängnisvollen Plan. Im Schlaf erschlug sie ihn mit 10 Axt-Hieben, packte ihn in ihren Korb und lud ihn in den Gassen des 4. Bezirks ab.

Von Ehemann Kandl geschlagen
Des Nachts zur Mörderin geworden

Blutspritzer überführten sie des Mordes – und so starb die schöne Greislerin am 16. März 1809 auf der Wiener Hinrichtungsstätte. Ihre Gebeine wurden präpariert und dienten einer Arztfamilie als echtes Anschauungsobjekt, so dass die arme Resi nie wirklich zur Ruhe fand – noch heute wird immer mal wieder von Sichtungen berichtet.

Entsorgung des Herrn Kandl

Diese Sichtungen finden meist an den Tagen statt, wenn das Theater Fink im Ersten Bezirk sein Unwesen treibt.

Ist man auf den Spuren Theresia Kandls in den Straßen Wiens unterwegs, kann man sich den interessierten Blicken seiner Mitmenschen sicher sein – denn wann läuft einem schon eine Puppe in den Gassen des Tuchlaubenviertels über den Weg, die einen Toten hinten im Korb hat. Das Straßentheater ist nicht nur witzig und mit seiner realen Kriminalgeschichte wahnsinnig spannend – man ist auch noch den ganzen Abend nicht in einem dunklen Theatersaal, sondern an der frischen Luft – was will man mehr…

Des Mordes überführt
Und schließlich gerichtet

Einfach großartig übernehmen Andrea Girsch und Walter Kukla die unterschiedlichsten Rollen (selbstverständlich mit verschiedenen Perücken und na, ja nennen wir es mal Ausstattung – begleitet von Susita Fink und Karin Sedlak, die die Gruppe als Erzähler begleiten. Martina Rittmansberger und Walther Soyka übernehmen die musikalische Begleitung mit der Violine und dem Akkordeon. Martina Michelfeit-Stockinger sorgt mit ihrem Fiaker dafür, dass Theresia Kandl die 7 Stationen auch gut und sicher erreicht. Einzig Theresia selbst kommt nicht zu Wort…

Das Emsemble des Theater Fink

Info

Termine für Route Innere Stadt:
17., 31. Mai, 14., 28. Juni, 12., 26. Juli, 9., 23. August, 6., 20. September 2019
Beginn jeweils 19:00 Uhr
Treffpunkt: 1010 Wien – Hoher Markt 4 (Link zu Google Maps)
7 Stationen
Ende: Michaelerplatz

  • Vorverkauf:                                                25 €
  • Abendkassa:                                              27,50 €
  • Schülerinnen/Studierende/Lehrlinge:   18 € / 20 €
  • IG-Theater nur an der Abendkasse:      15 €

Mehr Infos gibt es hier. (Link zur Seite des Theaters).

Resi darf auch nach Hause
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