Die Mezquita Catedral von Córdoba

Endlich komme ich mal wieder zu einem ordentlichen Blog… Seit der Pandemie läuft das meiste von meinen Reisen auf Instagram – es gibt also viel nachzuholen.

Und was liegt da näher, als beim letzten Trip anzufangen. Gerade komme ich nämlich aus Andalusien zurück. Eines der bekanntesten Gebäude dort, das man definitiv nicht verpassen sollte, ist die beeindruckende Moschee-Kathedrale von Córdoba.

Die Mezquita Catedral

Kaum ein Gebäude repräsentiert das maurische Spanien so sehr, wie der Säulenwald, der einst die Hauptmoschee bildete. Mit einer Länge von 179 m und einer Breite von 134 m ist das
23000 qm große Gebäude eines der größten Sakralbauten überhaupt. Insgesamt 856 Säulen aus Japis, Onyx, Marmor und Granit tragen das Dach der gigantischen Halle, in deren Zentrum seit dem 16. Jahrhundert eine Kirche steht.

Karl V. von Habsburg genehmigte damals zwar das Vorhaben, als er aber die Baustelle besichtigte, soll er Folgendes gesagt haben:

„Ihr habt etwas erbaut, was es andernorts schon gibt, und dafür habt ihr etwas zerstört, was einzigartig auf der Welt war.“ 

oder in einer anderen Variante:

„Ich wusste nicht, um was es sich hier handelte. Denn wenn ich es gewusst hätte, hätte ich nicht erlaubt, dass man Hand an das alte Bauwerk legt.“ 

Doch kehren wir zum Beginn der Geschichte zurück. Religiöse Bedeutung hatte die Fläche schon zu römischen Zeiten. Im Anschluss stand hier eine Westgotische Kathedrale, bis die Muslime Mitte des 8. Jahrhunderts Córdoba eroberten. Die umliegenden Kirchen wurden zerstört, nur die Kathedrale blieb zunächst stehen – aufgeteilt zwischen Christen und Muslimen.

Doch rasch wurde der Platz zu gering, weshalb der damalige Emir die Christen unter einer Zahlung und mit der Erlaubnis, außerhalb der Stadt Kirchen zu bauen aus Córdoba verdrängte. Er ließ die alte Kathedrale niederreißen – es begann die erste Bauphase der Moschee.

In den folgenden 400 Jahren wuchs die Bethalle immer weiter an, bis sie am Ende 19 Schiffe, einen Orangenhof und eines der größten Minarette hatte.

Noch im Jahr der Reconquista durch Ferdinand III. von Kastilien 1236 wurde die Moschee zur Kirche umgeweiht. Und während man anfangs nur wenig an der Architektur veränderte, begann Bischof Don Alonso Manrique 1523 mit dem entscheidenden Umbau – wobei der Stadtrat von Córdoba energisch dagegen protestierte. Man entfernte die mittleren Säulen, um mitten in der Bethalle das heutige Kirchenschiff entstehen zu lassen. 1624 wurde die Renaissance Kirche vollendet, die eine direkte Verbindung zur alten Bethalle hat. Sie liegt in ihrer Hauptachse quer zu der der Moschee.

Ab 1593 wurde dann auch das Minarett durch einen Aufsatz zum Glockenturm umgewandelt.

In den letzten Jahrzehnten gab es immer wieder Bestreben, die Mezquita-Catedral in ein interreligiöses Gotteshaus umzuwandeln und einen Teil an die muslimische Gemeinde abzugeben. Das wurde jedoch vom Bischof von Córdoba strikt abgelehnt, mit der Begründung, dass die Moschee auf einer christlichen Kirche erbaut wurde.

Architektur

Heute gibt es noch 856 Säulen – da viele davon etwa von alten römischen Gebäuden stammen, sind sie in ihren Materialien unterschiedlich. Dennoch fühlt man sich bereits beim reinkommen wie beim Eintreten in einen Wald. Verstärkt wird das Ganze noch durch die geschickt übereinander geschichteten rot-weißen Hufeisenbögen, die zu Beginn aus unterschiedlichen Materialien gebaut wurden, in späteren Bauphasen wurde das Muster dann mit Farben hergestellt.

Das Gebäude vereint muslimische und christliche Sakralarchitektur. Man spürt den Bruch von der Bethalle in das aus der Renaissance stammende Kirchenschiff. Gleichzeitig wurden zwischen den Säulen zahlreiche Kapellen integriert.

Unser Besuch

Wir waren zwar in der Nebensaison – also im März – dort, dennoch hatten wir Bedenken, als wir die lange Schlange sahen. Wir hatten Tickets* vorab gebucht und hatten daher keine größeren Wartezeiten.

Doch aufgrund der Größe der Anlage verläuft sich das Ganze relativ schnell und man findet auch ruhige und sehr entspannte Ecken. Und genau das ist es, was mich wahnsinnig fasziniert hat. Ist man Kathedralen wie den Kölner Dom gewöhnt, kennt man das Laute eines touristischen Besuchs. Hier verlaufen sich nicht nur die vielen Besucher, es wird durch die vielen Säulen und Nischen der Lärm komplett geschluckt. Es fühlt sich tatsächlich ein bisschen an, wie in einen Wald zu gehen oder in eine komplett andere und neue Welt einzutreten.

Ich war schon in vielen Moscheen – ich war schon in vielen Kathedralen. Doch die Mesquita-Catedral ist definitiv mit nichts zu vergleichen.

Tickets

Gerade in der Hauptsaison sollte man dringend beachten, dass die Tickets schnell vergriffen sind. Wir haben unsere bei getyourguide* gekauft. Das hilft auch dabei, längere Wartezeiten zu vermeiden. Der Preis war der Gleiche wie direkt dort an der Kasse. Man erhält einfach ein E-Ticket und kommt zur geplanten Einlasszeit (auch 15 min früher) problemlos rein.

Vorteil ist dann übrigens auch der kostenlose Audioguide, den man sich vorab aufs Handy runterladen und in verschiedenen Sprachen abspielen kann. Es gibt auch eine Variante mit Führung, darauf haben wir aber verzichtet. Beim Buchen also unbedingt drauf achten, was man haben möchte.

*Affiliate Link: Beim Kauf über den Link erhalte ich eine Provision. Für euch ändert sich nix.

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