Und irgendwann ist es still um uns…

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Eins, was ich beim Wandern besonders liebe, ist das Zirpen der Grillen im Sommer. Man genießt die Ruhe um sich herum, aber eigentlich ist es nie wirklich ganz still – man hört die Vögel und Insekten – oft sogar im Stadtgebiet von Wien geht es mir so.

Dass das irgendwann vorbei sein könnte, ist eine große Sorge meiner Generation. Tanja Busse warnt eindringlich davor.

Das Sterben der Anderen

Ihr könnt das Buch hier bei amazon.de bestellen.

Daten

Autorin: Tanja Busse

Verlag: Blessing**

ISBN: 3896675923

Preis: 18€

Broschiert, 416 Seiten

** Klimaneutral produziert!

Inhalt

Dass sich unsere Landschaft in den letzten 200 Jahren durch menschliche Eingriffe verändert hat, ist kaum zu bestreiten. Wo früher noch ganze Dörfer Weideflächen für ihre Tiere, sogenannte Allmenden, hatten, herrscht heute Monokultur, wo früher Mohn und andere Beigewächse die Felder schmückten, stehen heute die Halme so dicht, dass überhaupt kein anderes Gewächs eine Chance hat, ans Licht zu wachsen.

Diese Veränderung – nicht nur des Klimas, sondern auch und vor allem der Landschaft – hat einen gewaltigen Einfluss auf die Artenvielfalt. Die Blauracke – beliebtes Zeichenobjekt Albrecht Dürers – sucht man heute vergebens in der Deutschen Landschaft.

Eine Begebenheit nimmt die Autorin sich aber zum besonderen Anlass für das Buch. Ihr kleiner Sohn kann auf einem Spaziergang das Geräusch einer Grille nicht zuordnen – ein Geräusch, was sie aus ihrer Kindheit beinahe in und auswendig kennt. Und das obwohl ihr Sohn häufig mit ihr in der Natur ist.

Dabei bringt die Autorin auch zahlreiche neue Fakten auf. Was mir beispielsweise bisher nicht bewusst war, ist das sogenannte Baseline Shifting in der Ökologischen Forschung. Das bedeutet so viel, dass jeder Forscher sich eine andere Basislinie setzt, anhand derer er einen Rückgang bestimmter Arten festlegt – so hatte ein Forscher vor 100 Jahren eine andere Basis wie einer vor 50 oder vor 5 Jahren. Das ändert schließlich einiges an der Statistik und macht das Artensterben noch wesentlich gravierender.

Fazit

Wir müssen uns allen bewusst sein, dass nicht nur der Klimawandel einen riesigen Einfluss auf unsere Artenvielfalt hat, sondern auch das Handeln der letzten Generationen. Durch die moderne Landwirtschaft etwa wurden Ackerbeigewächse vernichtet, die sensible Vogelarten zum Überleben brauchten – was zu Folge hat, dass etwa die Turteltaube beinahe vollständig verschwunden ist. Auch Grashüpfer können den Mähmaschinen kaum noch entfliehen, was sie selten gemacht haben, so selten, dass Busse Junior ihr Zirpen noch nie gehört hat.

Auch Eisvögel werden nur noch selten gesehen. Wobei ich euch dazu eine seltsame Begebenheit erzählen muss. Meinen bisher einzigen Eisvogel habe ich in einem Naturschutzgebiet gesehen – mitten in Hong Kong.

Auch Schmetterlinge benötigen ein enorm sensibles Ökosystem. Ihre Zahl sinkt von Jahr zu Jahr, weil eben auch die letzten Rückzugsfleckchen durch die immer größer werdenden Ackerflächen zerstört wird.

Gleichzeitig wandern andere Arten ein und vermähren sich begünstigt durch die Bedingungen. Wildschweine können sich perfekt in den dichten Maisfeldern verstecken und finden kurz vor der Ernte gleichzeitig eine perfekte Nahrungsquelle um sich Speck für den Winter anzufressen.

Mit all diesen Gedanken regt Tanja Busse zum Nach- und vielleicht auch zum Umdenken an. Natürlich wird die Entwicklung der letzten 200 Jahre nicht rückgängig zu machen sein, aber ein kleines bisschen kann man zum Artenschutz beitragen, indem man etwa bestimmte Gewächse im Garten anbaut, indem man Hecken im Sommer in Ruhe lässt um Brutplatz für Vögel zu schaffen und indem man die Wiese im Sommer vielleicht nicht 2x in der Woche mäht. Natürlich gibt es noch so viel mehr, was man beitragen kann – aber mit kleinen Schritten kann man ja wenigstens mal anfangen.

Für mich ist das Buch absolut lesenswert. Es vertieft ein Bewusstsein, das längst in unserer Gesellschaft angekommen sein müsste – dass es so nicht weitergeht.

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