#Seenliebe – James Bond Edition

Wenn man die rauh-romantische Berglandschaft im Salzkammergut betrachtet, denkt man irgendwie an Hollywood. Und selbstverständlich haben die Damen und Herren aus der Traumfabrik die Seen längst als mögliches Revier erkannt. Der bekannteste Film, für den einige Szenen im Ausseer Land gedreht wurden, ist noch gar nicht so alt. Ich habe mich auf den Spuren von Daniel Craig begeben und bin eine Runde um den Altausseer See gewandert.

Für mich der schönste See des Salzkammerguts

Seenrunde Altaussee

Mit mehreren Hundert Leuten und diversen Trucks rückte die Crew von James Bond Spectre rund um Daniel Craig im Januar 2014 in verschneiten Altaussee an. Die Hütte an der Seewiese im hinteren Teil des Sees hatte man als Ort für die einsame Hütte des Mr. White auserkoren. Im Film später sieht man Craig mit dem Boot über den See kommen – er findet die versteckte Hütte und dort auch White. Die Szene ist wohl vielen Bond Fans noch im Gedächtnis. Mr. Whites Hütte ist im wahren Leben die Raststation Seewiese, bei der man gemütlich bei einem Radler im Liegestuhl liegen kann. Im Frühjahr sieht sie bei weitem nicht so einsam und unfreundlich aus wie im Winter im tiefen Schnee. Seit 2018 ist die Gaststätte auch wieder geöffnet und bietet eine tolle Location für Feste. Auf der Speisekarte steht besonders Fisch aus dem See.

Mr. Whites Hütte
Gasthaus Seewiese am Fuße des Toten Gebirges

Altaussee selbst ist ein romantisches kleines Örtchen im Salzkammergut. Die Menschen lebten bis ins 19. Jahrhundert hinein hauptsächlich vom großen Salzbergwerk am Fuße des Loser. Erst im 19. Jahrhundert begann der Tourismus. Während der Hochadel hauptsächlich – der kaiserlichen Familie folgend – im nahegelegenen Kurort Bad Ischl urlaubte, wurde auch Altaussee Anziehungspunkt für die feine Gesellschaft aus Wien. Um die Jahrhundertwende waren es dann hauptsächlich die Künstler, die ihre Sommerfrische am Fuße des Loser verbrachten – Theodor Herzl, Hugo von Hofmannsthal und Arthur Schnitzler sind nur die bekanntesten Namen. Noch heute besteht in Altaussee ein Literaturmuseum, das sich im Kern mit der Gruppe Jung Wien und der Literatur, die rund um den See entstand, beschäftigt.

Gut ausgebauter Wanderweg rund um den See

Später rückte Altaussee noch einmal in den Fokus der Geschichte. Altaussee sollte nicht nur Teil der Sagenumwobenen Alpenfestung sein. Damals hatte unter anderem Ernst Kaltenbrunner dort sein letztes Hauptquartier in der Villa Kerry. Nach Ende des Krieges floh er auf die Wildenseehütte und wurde dort wenige Tage später von einer amerikanischen Militärstreife aufgegriffen und verhaftet.

Aufgrund der perfekten klimatischen Bedingungen dort wurde Raubkunst von unschätzbarem Wert im Salzbergwerk sicher gelagert. Nur der Aufmerksamkeit der Bewohner war es zu verdanken, dass die Schätze gerettet werden konnten. Sie verhinderten die geplanten Sprengungen der Kunstschätze im Bergwerk mit insgesamt 8 500kg schweren Fliegerbomben. So konnten unter anderem Werke von Michelangelo oder der Genter Altar von van Eyck gerettet werden. Man begann mit der Rückgabe an die Besitzer, ein Prozess, der bis heute nicht abgeschlossen werden konnte.

Ein See wie ein Spiegel

Der See liegt auf einer Höhe von 712 m über dem Meeresspiegel und ist bis zu 73 m tief. Der See speist sich von unterirdischen Quellen aus dem umliegenden Toten Gebirge und durchmischt sich jeweils im Frühjahr und im Herbst.

Für mich gehört die Wanderung um den Altausseer See zu den gemütlichsten und schönsten Wanderungen im Salzkammergut. Der Wanderweg bietet zahllose grandiose Aussichtspunkte, in der Wand hinter der Seewiese haben wir sogar ein paar Gämsen entdeckt. Wir spazieren bei jedem Besuch im Salzkammergut mindestens einmal auf der großartigen Seepromenade – schöner geht es einfach nicht.

Die gemütliche Seenrunde beginnt beim Parkplatz. Von hier führt der Weg in den Ort hinein und zur Kirche. Dort kommt man zum See, an dessen Ufer es entlang geht. Die Runde ist 7,5 km lang und hat eine Höhendifferenz soll bei 130 m liegen. Mir kam die Runde allerdings brettflach vor. Jedenfalls ist der Wanderweg gut ausgebaut und auch für Kinderwagen und Rollstuhl geeignet. Fahrradfahren ist ab einem gewissen Punkt allerdings nicht mehr erlaubt (Naturschutzgebiet). Die Runde ist gut ausgeschildert und bietet zahllose Bänke mit grandiosem Ausblick, die zur Rast einladen.

Perfekt ausgeschildert

Wer nicht die ganze Runde gehen will, kann sich auch vom Ortskern aus mit dem Solarschiff zur Seewiese bringen lassen (Preis 8€ für Erwachsene/4€ für Kinder, Fahrplan variiert je nach Saison).

Mit dem Solarschiff auf dem See unterwegs

Info

Parken kann man auf den beschilderten Parkplätzen im Ortskern von Altaussee – die Stunde kostet 1,50€. Wir haben für die gemütliche Runde (mit Fotografieren) rund 3 Stunden gebraucht.

Ab und zu schwebt ein Paraglider vom Loser herab
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