„Der Bauer als Millionär“ – Ferdinand Raimund im Theater in der Josefstadt*

*Werbung – Einladung – unbezahlt

Ich muss zugeben, ichwar kein großer Theater-Fan. Doch dann zog ich vor 6 Jahren nach Wien und entwickelte mich nahezu zum Theaterenthusiasten. Denn Theater gibt es viele in Wien – mich aber faszinieren insbesondere die berühmten Wiener Vorstadttheater, zu denen auch das berühmte Theater in der Josefstadt , in dem ich nun schon häufiger zu Gast war.

Gestern hatte ich die große Ehre, zum ersten Testpublikum des neuesten Stücks „Der Bauer als Millionär“ von Ferdinand Raimund (Premiere am 13. Dezember) zu gehören und dem genialen Ensemble der Josefstadt mit der Kamera bei der Arbeit zusehen zu dürfen. 

Der Bauer als Millionär

Fortunatus Wurzel (Michael Dangl) und seine Ziehtochter Lottchen (Lisa-Carolin Nemec)

Die Geschichte

„Der Bauer als Millionär“ handelt von Fortunatus Wurzel und seine Ziehtochter Lottchen. Das Mädchen wurde als 2 Jährige von ihrer Mutter, der Fee Lakrimosa, nach einem Fluch ausgesetzt, denn sie wurde aus der Welt der Menschen ins Geisterreich verbannt. Sie soll ihre Tochter erst wiedersehen, wenn das Mädchen bis zu ihrem 18. Geburtstag an einen armen Gesellen verheiratet würde, dem sie als Ersten ihr Herz geschenkt hat.

Doch Fortunatus wird wortbrüchig, als er einen Schatz findet und Millionär wird. Er denkt gar nicht dran, Lottchen an den armen Fischer Karl Schilf zu geben, den Lottchen über alles liebt. 

Paul Matic hat als Butler Habakuk zwar nicht viel zu sagen, bleibt damit aber dennoch in Erinnerung

Da sie nicht selbst in das Geschehen eingreifen kann, bittet sie ihre Freunde, allen voran ihren Fetter Ajaxerle aus Donaueschingen um Hilfe, auf das die beiden doch noch zusammenfinden. Dies scheint auch auf den ersten Blick zu gelingen, als Fortunatus seine Tochter verstößt und sie ihrer Schwester, der Zufriedenheit begegnet.

Fortunatus bekommt indessen Besuch – erst kommt die Jugend, die sich von ihm verabschiedet – und dann kommt das hohe Alter, das ihn erkennen lässt, dass er von seinem Reichtum nichts hat. Erst, wenn er Lottchen und die Zufriedenheit wiederfindet, kommt auch die Jugend zurück.

Wenn das Hohe Alter (Wolfgang Hübsch) zuschlägt – Fortunatus (Michael Dengl) sieht da plötzlich ganz schön alt aus

Doch Neid und Hass machen dem ganzen einen Strich durch die Rechnung. Denn dann findet auch Karl einen Schatz und gefährdet mit seinem Reichtum das Aufheben von Lakrimosas Bann. Nur wenn er den Ring wegwirft und auf den Reichtum verzichtet, kann er Lottchens Herz gewinnen.

Das Drama nimmt seinen Lauf

Inszenierung in der Josefstadt

Uraufführung hatte das Stück von Ferdinand Raimund am 10. November 1826 in einem anderen Vorstadttheater – in der Leopoldstadt. Raimund nannte es „romantisches Original-Zaubermärchen mit Gesang“. Und so ging es auch in die Geschichte ein, etwa mit dem später berühmt gewordenen Stück „Brüderlein fein“, mit dem sich die allegorische Figur der Jugend von Fortunatus Wurzel verabschiedet.

Die Inszenierung von Josef E. Köpplinger wirkt klassisch und gleichzeitig modern. Mit einem einfachen Mitteln wird ein bildgewaltiges Stück kreiert, bei denen auch die kleinen Details in Erinnerung bleiben – etwa der Butler Habakuk (Paul Matic), der mit gelangweiltem Blick immer wieder das Frühstück ankündigt oder der schwäbelnde Gute Geist, Magier Ajaxerle (Alexander Pschill), der den Klischeeschwaben etwas aufs Korn nimmt.

Ein Schwabe im Dienste von Lakrimosa – Ajaxerle (Alexander Pschill) mit der Zufriedenheit (Julia Stemberger)

Gleichzeitig steht das Duell Hass und Neid (Martin Niedermeyer und Dominic Oley) gegen Zufriedenheit (Julia Stemberger) im Mittelpunkt – wer da wohl gewinnt.

Wer noch keine Weihnachtsgeschenke hat – ich kann euch das Stück im Theater in der Josefstadt wärmstens ans Herz legen.

Tickets bekommt ihr hier (Link zum Ticketshop des Theater in der Josefstadt)

Endlich wieder jung – endlich wieder Waldbauer – Fortunatus Wurzel (Michael Dengl) hat die Zufriedenheit zurück

Besetzung „Der Bauer als Millionär“ im Theater in der Josefstadt

Lakrimosa, eine mächtige Fee, verbannt auf ihr Wolkenschloss 
Alexandra Krismer

Bustorius, Zauberer aus Warasdin 
Patrick Seletzky

Ajaxerle, Lakrimosens Vetter und Magier aus Donaueschingen 
Alexander Pschill

Zenobius, Haushofmeister und Vertrauter der Fee Lakrimosa / Afterling 
Alexander Strömer

Die Zufriedenheit 
Julia Stemberger

Jugend 
Theresa Dax
Marina Margaritta Colda

Das hohe Alter 
Wolfgang Hübsch

Der Neid 
Martin Niedermair

Der Hass 
Dominic Oley
Roman Schmelzer

Tophan, Kammerdiener des Hasses / Musensohn 
Ljubiša Lupo Grujčić

Nigowitz, ein dienstbarer Geist des Hasses / Schmeichelfeld 
Oliver Rosskopf

Fortunatus Wurzel, ehemals Waldbauer, jetzt Millionär 
Michael Dangl

Lottchen, seine Ziehtochter 
Lisa-Carolin Nemec

Lorenz, ehemals Kuhhirte bei Wurzel, jetzt sein erster Kammerdiener 
Johannes Seilern

Habakuk, Bedienter 
Paul Matic

Karl Schilf, ein armer Fischer 
Tobias Reinthaller

Feen/Zauberer/Schlosser/Tischler/Geister der Nacht/Grabsteine/Diener des Hasses/Bedienstete bei Wurzel 
Tamim Fattal
Marina Margaritta Colda, Theresa Dax, Inés Voigt, Christian Peter Kotsis, Lukas Müller

Happy End

Regie 
Josef E. Köpplinger

Bühnenbild 
Walter Vogelweider

Kostüme 
Alfred Mayerhofer

Musikalische Leitung & Arrangements 
Jürgen Goriup

Choreografie 
Karl Alfred Schreiner

Korrepetition 
Belush Korenyi

Dramaturgie 
Barbara Nowotny

Licht 
Josef E. Köpplinger
Pepe Starman

Musiker 
Jürgen Goriup/Belush Korenyi (Musikal. Leitung und Klavier), Ruth Müller/Michaela Wild/Maria Schlieber/Karin Schlechta (1. und 2. Violine), Günter Schagerl/Tina Heumesser (Violoncello), Ingrid Eder/Milos Todorovski (Akkordeon), Wolfgang Trojan/Barbara Haslinger (Klarinette)

Fee Lakrimosa (Alexandra Krismer) will ihre Tochter wiedersehen – doch dazu braucht sie die Hilfe ihrer Freunde


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