Wow Macao – Sightseeing in Little Portugal

Im Vergleich zu Hongkong ist die 50 km entfernte Halbinsel Macao mit ihren 600 000 Einwohnern klein und beschaulich – und neben Las Vegas die wohl bekannteste Metropole des Glücksspiels weltweit – und einmal im Jahr wird sie mit ihrem Stadtkurs zur Metropole des Motorsports. Bis 1999 gehörte das Gebiet als Kolonie zu Portugal, seit dem ist sie – wie Hongkong – eine chinesische Sonderverwaltungszone.

Wir haben uns einen Tag zeitgelassen für einen kleinen Daytrip, wie es so viele Leute von Hongkong aus machen. Fähren verkehren von dort in regelmäßigen Abständen, ein bisschen seefest sollte man aber schon sein.

Wie man von Hongkong hinkommt und was man beachten muss – schaut unter diesem Link…

Sao Paolo – Eine Fassadenruine als Wahrzeichen

Macao hat ein außergewöhnliches Wahrzeichen. Seit 1516 war die Stadt portugiesische Kolonie. Schon kurze Zeit später folgten die Jesuiten, um den christlichen Glauben zu verbreiten. 1594 gründeten sie die erste Universität im fernen Osten nach westlichem Vorbild, schon kurze Zeit später wurde die Pauluskirche auf dem Anwesen der Universität erbaut und 1640 fertiggestellt.

1762 jedoch verließen die Jesuiten Macao – in das leerstehende Anwesen zog ein Militärbataillon ein. Als jedoch 1835 ein Feuer ausbrach, wurde der gesamte Komplex zerstört. Einzig die Fassade von Carlo Spinola blieb erhalten. Sie ist bis heute, vor allem aber seit der Restaurierung 1990 bis 1995 das Wahrzeichen und wohl beliebteste Fotomotiv der Stadt und die Details der Fassade sind wieder in einem erstklassigen Zustand.

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Ein langer Blick auf die detailreiche Fassade lohnt. Die Ornamente zeigen sowohl westliche als auch europäische Elemente. Im Fokus stehen dabei die Worte Mater Dei, die die Patronin der Universität der Jesuiten von Macao ist. Darüber sind die 4 Heiligen der Jesuiten und darüber die heilige Dreifaltigkeit abgebildet.

Durch das linke Tor gelangt man hinter die Fassade. Die berühmte Treppe war bei unserem Besuch leider gesperrt. Im hinteren Bereich kann man zudem die Krypta und ein kleines Museum für sakrale Kunst besichtigen – der Eintritt für Beides ist frei.

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Fassadenruine Sao Paolo

Fortaleza do Monte und Macao Museum

Gleich hinter der Fassadenruine geht es durch einen kleinen Park die Stufen hinauf zum alten Fort von Macao. Gebaut wurde es 1617 and 1626 zum Schutz der Besitzungen der Jesuiten auf der Halbinsel, vor allem vor Piraten. Noch bevor es fertiggestellt war, wurde es 1622 ein einziges Mal gegen den Einfall der Niederländer in Macao eingesetzt. Später wurde es von der portugiesischen Kolonialregierung übernommen und ausgebaut.

Heute stehen neben den massiven Mauern noch zahlreiche Geschütze, die zum Teil mahnend auf die Casinos zeigen, die heute die Skyline von Macao bestimmen.

Im Zentrum des Festungsgeländes steht das Museo de Macao (15 HK$ Eintritt), das sich mit der Geschichte der Stadt als portugiesische Kolonie und als Sonderverwaltungszone Chinas beschäftigt. Unter anderem ist innen ein Miniatur-Straßenzug aufgebaut, der aus Häusern im portugiesischem Stil aufgebaut, aber auch alte Kanonen und vieles mehr. Eine aktuelle Sonderausstellung beschäftigt sich mit dem Industriezweig der Streichholzherstellung, der vor dem Glücksspiel eine Haupteinnahmequelle Macaos war.

Allein aufgrund des grandiosen Ausblicks vom Monte Macao aus lohnt sich der Aufstieg auf das alte Kastell. Aber auch das Museum lohnt einen kleinen Rundgang, viele Artefakte zeigen die spannende Geschichte im Zwiespalt der Kulturen, in dem sich die Stadt befindet.

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Fast schon mahnend zeigen die alten Geschütze vom Fort auf die Casinotempel wie das Grand Lisboa

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Altstadt von Macao

Seit 2005 gehört die Altstadt von Macao aufgrund ihrer wichtigen Rolle in den Handelsbeziehungen zwischen China und dem Westen zum UNESCO Weltkulturerbe. Die engen Gassen spiegel auch tatsächlich ein wenig die Atmosphäre einer portugiesischen Küstenstadt wie Lagos wieder – schnell fühlt man sich an die Algarve transferiert.

Ich fand besonders das Lazarusviertel östlich von Sao Paolo spannend – aber auch die alten Kolonialgebäude um den Largo Senado finde ich sehr spannend. Ins Senatsgebäude reinzugehen lohnt ebenfalls – dort findet man einen wunderschönen ruhigen Innenhof und eine Uralte Bibliothek und wenige Meter vom Platz entfernt findet sich ein versteckter winziger Buddhistischer Tempel, der Templo de Sam Kai.

Für einen Spaziergang durch die Innenstadt lohnt sich viel Zeit – in den vielen Shops gibt es kleine Natas, Portugiesische Spezialitäten – und vieles anderes zu entdecken.

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Macao Tower

Zugegeben – vom Macao Tower war ich etwas enttäuscht. Der 338 m hohe Fernsehturm liegt an der Südspitze der Verwaltungszone. Gegen rund 12€ Eintritt wird man zunächst zu einem Indoor-Sightseeingdeck, dann zu einem „Outdoor“-Deck gebracht. Wir kamen abends gegen 19 Uhr, um den Rundumblick zu genießen. Das erwies sich jedoch aufgrund der schmutzigen Scheiben als nicht wirklich leicht. Es gibt z.B. einen Bereich mit einem Glasboden – der ist jedoch so dreckig und verkratzt, dass man nicht mehr durchschauen kann. Nett sind allerdings die zahlreichen Sitzmöglichkeiten mit Blick nach draußen.

Das Outdoor-Deck erwies sich leider als Indoor-Deck mit nach oben offenen Fenstern – bessere Fotos als unten kann man also nicht machen. Raus kommt man nur, wenn man sich auf den 1,5 m breiten Außenring wagt. Hier wird man angeseilt und kann den Turm ohne Geländer umrunden – das kostet allerdings rund 70€ und man bekommt einen Begleiter an die Seite gestellt und muss für merkwürdige Fotoaufnahmen posieren – das haben wir uns geschenkt. Und dann setzten wir uns auf eine Bank, wurden aber unsanft des Platzes verwiesen, als wir kein Interesse an dem Gang auf dem Außenring oder einem Bungee-Sprung zeigten.

Neben den Plattformen gibt es auch noch ein (teures) 360° Restaurant – wir waren insgesamt nur sehr mäßig begeistert vom Macao Tower – hochfahren sollte man nur, wenn man den Gang auf den Außenring wagen will.

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Promenade mit Macao Tower
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Blick auf das Macao Food Festival (immer im November)

Rien ne vas plus – Das Casinoviertel am Abend

Macao ist die Glücksspielmetropole Asiens – mit deutlich mehr Umsatz als etwa Las Vegas und machen damit mehr als 60% des Bruttoinlandsprodukts von Macao aus. Deshalb haben sich nach dem Fall des Glücksspielmonopols alle Casino-Riesen wie das Wynn oder MGM von dort inzwischen auch in Macao eine Filiale geschaffen. Die meisten Casinos sind leuchtende Nachbauten ihrer Stammsitze am Strip in Las Vegas. Sie liegen vornehmlich auf zwei Aufschüttungen – besonders das Grand Lisboa ist von überall in der Stadt aus zu sehen.

Vor dem Wynn finden abends etwa alle 15 Minuten tanzende Wassershows im Springbrunnen vor dem Hotel statt, ein sehr begehrtes Fotomotiv. Das Venetian Macao Hotel and Casino gehört mit seinen 3000 Suiten sogar zu den größten Gebäuden der Welt.

Wir waren selbst nicht im Casino, wir haben uns viel mehr an den Fassaden erfreut. Besonders beeindruckend fand ich den Blick von der Uferpromenade auf der anderen Seite des Beckens.

Tipp Die Casinos bieten nahezu alle kostenlose Shuttlebusse vom und zum Fährterminal an – ob man das Casino besucht hat oder besuchen will, wird nicht gefragt, daher kann man das für einen kostengünstigen Transport perfekt ausnutzen.

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16 Kommentare

  1. Ich find den asiatischen Stil gemischt mit dem portugisieschen Stil irgendwie konträr, aber faszinierend. Das ergibt eine tolle Mischung!
    Und die Bilder sind wieder super schön geworden. Schade, dass der Macao Tower so ein Reinfall war. Ist immer schade, wenn man was machen will und die Erwartungen dann aber nicht getroffen werden oder man so enttäuscht wird.
    Wie seid ihr auf Macao gekommen? Das wäre jetzt so gar nicht in meinem Reiseradar 😀

    Ganz liebe Grüße aus Singapur 🙂
    Michelle
    gowhereyourhearttellsyoutogo.wordpress.com

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  2. Hey meine Liebe!
    Ein toller Beitrag mit super schönen Bildern.
    Ich selbst war in dieser Gegend noch nie… irgendwie finde ich die Mischung aus leicht asiatisch/portugisisch cool. Hier lohnt sich wahrlich eine Tour.
    Steht von nun an auf meiner Wunschliste!

    Liebe Grüße

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  3. Schade, wenn so Pflicht-Sightseeing-Punkte zum Reinfall werden. Aber ansonsten wahnsinnig schöne Bilder… mich zieht es irgendwie gar nicht nach Asien, aber deine Bilder wecken doch Reiselust. Toll!

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  4. Mir gefällt die asiatisch-portugiesische Mischung! Ist mal was anderes, aber sehr schön anzusehen! Die Fassadenruine hätte mich auch sehr interessant, die Details sind wirklich klasse. Ganz schön imposant. Auch das Fort mit dem Ausblick beeindruckt mich.
    Liebe Grüße
    Kathrin

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  5. Mir war gar nicht bewusst, dass Macao so nah an Hongkong liegt. Letzteres ist auf jeden Fall noch auf meiner Liste. Dann werde ich auf jeden Fall einen Tagesausflug nach Macao machen. Danke für die Tipps!

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  6. Wir hatten 2013 bei unserem Hongkong-Aufenthalt auch einen Tagesausflug dorthin gemacht! Uns hat der Gegensatz von prunkvollen Casinopalästen und etwas heruntergekommenen portugiesischen Häusern gut gefallen. Leider fanden wir es heillos überlaufen und würden es daher nicht wiederholen.

    Liebe Grüße
    Britta von http://www.fulltime-mami.blogspot.com

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  7. Huhu,

    ein wirklich wunderbarer Beitrag der mich direkt träumen lässt und das Fernweh weckt. Die Fotos sind wirklich himmlisch, sowohl am Tag als auch in der Nacht. Ich liebe solche Beiträge, wo man andere Länder entdecken kann. 🙂

    Lg
    Steffi

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  8. Man könnte fast denken, ein Teil der Fotos wäre in Europa entstanden! Wirklich faszinierend! Ich selbst war leider noch nie in Fernost, würde hier aber auch gern mal umherwandeln!

    Liebe Grüße
    Jana

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